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Stadien der Verkohlung: Holz, Schieferkohle (Xylit), Glanzbraunkohle und Steinkohle. © Patrick Mansell/ Penn State Quelle: Scinexx

Kohlebildung auf den Kopf gestellt

Einige Kohlevorkommen könnten durch Mikroben statt rein geochemisch gebildet worden sein

Lehrmeinung widerlegt? Einige Kohlevorkommen könnten anders entstanden sein als gedacht, wie nun Isotopendaten enthüllen. Demnach fand die Umwandlung von vertorften Pflanzenresten in Kohle nicht rein geochemisch durch Hitze, Druck und Säuren statt, sondern unter Mithilfe von Mikroben. Diese spalteten Methylgruppen vom Torf ab und förderten so die Inkohlung, wie die Forscher im Fachmagazin „Science“ berichten. Sollte sich dies bestätigen, müssen Lehrbücher möglicherweise umgeschrieben werden.

Der fossile Brennstoff Kohle hat seinen Ursprung in urzeitlichen Pflanzenresten, die vor Jahrmillionen abstarben und in sumpfigem Untergrund unter Mitwirkung anaerober Bakterien zunächst zu Torf wurden. Dann folgt die eigentliche Inkohlung: Unter dem Einfluss von Hitze, Druck und Säuren werden Zellulose, Lignine und Huminstoffe des Torfs allmählich in Kohle umgewandelt. Dabei nimmt der Kohlenstoffgehalt zu, während die für organische Verbindungen typischen Methoxylgruppen (-O-CH3) zunehmend abgespalten werden.

Gängiger Lehrmeinung nach läuft diese Umwandlung von Torf zu Braunkohle und Steinkohle rein geochemisch ab. Mikroben sind demnach nur an der Vertorfung der abgestorbenen Pflanzenreste beteiligt – so jedenfalls die Theorie.

Kohleproben im Isotopentest

Doch stimmt offenbar nicht immer, wie nun Max Lloyd vom California Institute of Technology und seine Kollegen herausgefunden haben. Für ihre Studie hatten sie Proben von Holz, Torf sowie Braun- und Steinkohle verschiedener Abbaustätten auf ihren Gehalt an Methoxylgruppen und auf den Anteil des Kohlenstoffisotops 13C hin untersucht. Sie wollten damit herausfinden, ob bei der Inkohlung dieser Materialien vielleicht doch Bakterien mit im Spiel waren. Mehr erfahren...

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