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Vor 800 Jahren gab es in Südostasien eine regionale Schwächezone des Magnetfelds – davon zeugen Eisenreste aus dem Khmer-Reich. © Petrovich9/ iStock (Quelle: Scinexx)

Magnetfeld: Regionale Schwäche vor 800 Jahren

Geomagnetisches Feld in Südostasien änderte zur Zeit der Khmer rapide seine Richtung und Stärke

Magnetische Anomalie: Vor rund 800 Jahren gab es eine abrupte regionale Veränderung im Erdmagnetfeld. Dabei sackte die Feldstärke in Südostasien deutlich ab, gleichzeitig änderten sich Richtung und Neigung der Feldlinien. Von dieser zuvor unbekannten Anomalie zeugen Metallproben aus den alten Hüttenöfen des Khmer-Reichs in Kambodscha. Forscher vermuten, dass Turbulenzen an der Kern-Mantel-Grenze für diese Magnetfeld-Anomalie verantwortlich sind.

Das Magnetfeld der Erde ist alles andere beständig: Der magnetische Nordpol wandert und verändert so die globale Richtung der Magnetfeldlinien. Im Laufe der Erdgeschichte hat es zudem schon häufiger komplette Umpolungen unseres schützenden Magnetkäfigs gegeben. Doch neben diesen globalen Veränderungen treten auch regionale Anomalien auf, in denen die Feldstärke und die Richtung des Feldes vom globalen Muster abweichen. Eine dieser Schwächezonen liegt zurzeit unter dem Südatlantik.

Eisenschmelze der Khmer als magnetische Zeitzeugen

Jetzt zeigt sich, dass es vor rund 800 Jahren eine weitere Schwächezone gab – in Südostasien. Entdeckt hat dies ein Team um Shuhui Cai von der University of California San Diego bei der Untersuchung von Relikten aus der Zeit des Khmer-Reiches. Dieses vor allem wegen der Tempelanlagen von Angkor Wat bekannte Königreich bestand zwischen dem 9. und 15. Jahrhundert im Gebiet des heutigen Kambodscha.

Rund 135 Kilometer östlich von Angkor Wat lag Tonle Bak, eine der wichtigsten Metallverarbeitungsstätten der alten Khmer. Archäologen haben dort fast 50 Hügel mit Schlacke und Resten von Eisenschmelzen entdeckt, außerdem drei Schmelzöfen. Das Spannende daran: Eisenschmelzen konservieren beim Erstarren die Richtung und Stärke des gerade aktuellen Magnetfelds und wirken daher wie Zeitkapseln für das Magnetfeld vergangener Zeiten.

Für ihre Studie haben die Forschenden Proben von Khmer-Eisenresten aus der Zeit von 1034 bis 1391 magnetisch analysiert. Mehr erfahren...

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