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In den Mangrovengebieten der Sundarbans, dem Untersuchungsgebiet der Studie © Annika Stalling, ZMT

Mangrovenwälder als leistungsfähige Kohlenstoffspeicher

Die Fähigkeit von Mangroven, große Mengen an CO2 einzulagern, hat ein großes Interesse an diesem Ökosystem geweckt. Doch wie müssen Mangrovenwälder beschaffen sein, um als Kohlenstoffspeicher besonders leistungsfähig zu sein? Dies hat ein internationales Forscherteam untersucht - auf Basis einer Waldinventur im Weltnaturerbe Sundarbans.

Hohe Konzentrationen von CO2 in der Atmosphäre und die damit verbundene Klimaerwärmung führen uns immer deutlicher zu Bewusstsein, wie zwingend notwendig es ist, die Kohlenstoffspeicher unserer Erde zu erhalten. Mangroven sind effektive Kohlenstoffsenken: Sie können große Mengen an CO2 als organisches Material in ihrer Biomasse und den Sedimenten im Wurzelreich einzulagern.

Insgesamt schätzen Experten, dass zwischen vier und 20 Milliarden Tonnen an organischem Kohlenstoff in den Gezeitenwäldern gespeichert sind. Nach den bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen binden Mangroven bis zu 50 Mal schneller als konventionelle tropische Regenwälder Kohlenstoff. Sie tragen so erheblich zum Klimaschutz bei. Die Menge des Kohlenstoffs variiert jedoch stark zwischen Regionen - bisher war unklar, wie Mangrovenwälder beschaffen sein müssen, um als Kohlenstoffspeicher besonders leistungsfähig zu sein.

Ein internationales Forschungsteam mit Beteiligung des Leibniz-Zentrums für Marine Tropenforschung (ZMT) ging in einer Studie dieser Frage in den Sundarbans von Bangladesch nach. Dort, im Überschwemmungsgebiet von Brahmaputra und Ganges, erstreckt sich mit etwa 10.000 Quadratkilometern eines der größten Mangrovengebiete der Erde. Als UNESCO Weltnaturerbe sind in den Sundarbans Einflüsse durch den Menschen auf ein Minimum reduziert.

Die Studie, kürzlich erschienen in Nature Communications, basiert auf einer Waldinventur. In 150 Waldparzellen wurde die Artenzusammensetzung der Mangrovenbestände erfasst. Basierend auf Messungen schätzte das Team die Biomasse der Bäume und die Menge des im Sediment gespeicherten organischen Kohlenstoffs. Anschließend brachten die Forscherinnen und Forschern diese Daten mit verschiedenen Eigenschaften der Mangrovenwälder in Verbindung: mit der Zahl der vorhandenen Baumarten und ihren speziellen Eigenschaften.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fanden heraus, dass die Mengen an gespeichertem Kohlenstoff in den Parzellen zum einen durch die Artenvielfalt erklärt werden konnte. Der wichtigste Faktor war jedoch eindeutig die Unterschiedlichkeit der Arten, die innerhalb einer Waldparzelle gemeinsam vorkommen: je unähnlicher die Baumarten, desto mehr Kohlenstoff wurde gespeichert. Die Vielfalt der Arteigenschaften spielte hingegen kaum eine Rolle. Mehr erfahren...

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