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Joachim Gröger mit UFO-Prototyp. Foto: Michael Welling/Thünen-Institut

Meeres-UFOs erkunden die Lebensgemeinschaft unter Wasser

Bundesministerium fördert Entwicklung eines digitalen Netzwerks aus intelligenter Unterwassertechnologie

UFOs kennt man aus Sciencefiction-Romanen, meist mit Außerirdischen aus dem All. Nun experimentieren Forscher an ganz realen UFOs. Sie sehen futuristisch aus, sind aber für den Einsatz im Meer vorgesehen, und die Abkürzung steht für „Unterwasser-Fisch-Observatorium“. Die Weiterentwicklung dieses neuartigen Systems fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Rahmen seines Innovationsförderprogramms nun für die nächsten drei Jahre mit 2,7 Mio. Euro.

Empfänger der Fördergelder ist ein interdisziplinäres Forschungskonsortium, das unter Leitung von Prof. Joachim Gröger vom Thünen-Institut für Seefischerei zusammen mit Ingenieuren und Wissenschaftlern des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel, der Fachhochschule Kiel, des Fraunhofer-Instituts Ilmenau und der MacArtney Germany GmbH Kiel daran arbeitet, mithilfe von UFOs das Monitoring von Fischen und anderen Meeresorganismen zu digitalisieren – und zwar von der Erfassung und Identifikation bis hin zur Vermessung. Der Vorteil der neuen Methode: Die Organismen werden in Ihrem natürlichen Lebensraum belassen und müssen nicht gefangen werden.

Das UFO ist eine autonome Beobachtungsstation, ausgestattet mit optischen (Stereokamera) und akustischen (Sonar) Sensorsystemen. Damit kann es in einem bestimmten Umkreis kontinuierlich die Vielfalt und Dichte von Fisch- und Planktonansammlungen sowie relevante Umweltparameter erfassen. Großes, unmittelbares Anwendungspotenzial der neuen Technologie liegt z.B. in der Überwachung der Entwicklung von Fischpopulationen innerhalb von Schutzgebieten oder Windparks, in denen Fischerei nicht erlaubt ist. Aber auch für die Überwachung der großen, kommerziell genutzten Fischbestände im offenen Ozean kann der UFO-Ansatz eine Keimzelle für zukünftige Entwicklungen sein, die nicht nur Arbeitszeit und Kosten sparen, sondern auch die Präzision durch die kontinuierliche Beobachtung verbessern. Mehr erfahren...

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Erdölförderung im Emsland

Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)