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© Kristian1108 / Getty Images / iStock (Ausschnitt) Quelle: SPEKTRUM

Megatsunami bedroht Urlaubsregion

Prinz-William-Sund

In Alaska wird eine Bergflanke instabil. Die Rutschung ist um ein Vielfaches größer als jene, die in der Vergangenheit hunderte Meter hohe Wellen auslösten.

von Lars Fischer

Ein instabiler Berghang in einer Touristenregion in Alaska könnte schon innerhalb des nächsten Jahres in den Meeresarm rutschen und einen gigantischen Tsunami auslösen, warnt eine Gruppe von Fachleuten in einem offenen Brief. Die entstehenden Wellen bedrohen den Prinz-William-Sund, ein beliebtes Urlaubsgebiet und Fischereirevier, sowie den kleinen Hafen Whittier, in dem auch Kreuzfahrtschiffe anlegen. Nach Angaben der Hydrologin Anna Liljedahl vom Woods Hole Research Center, die den drohenden Erdrutsch entdeckte und auch den offenen Brief mitverfasste, ist die instabile Gesteinsmasse so enorm, dass die Katastrophe außerdem ein Erdbeben der Magnitude 7 verursachen könnte. In der Region halten sich laut Statistiken der Behörden regelmäßig bis zu mehrere tausend Menschen auf.

Der mögliche Erdrutsch fiel auf, weil sich der Berghang schon seit Jahren langsam bewegt. Dadurch entstand an seinem oberen Rand eine gigantische, mehr als zwei Kilometer lange Bruchkante, die sogar in Satellitenbildern deutlich erkennbar ist. Ursache der Rutschung ist, dass sich der benachbarte Barry-Gletscher zurückzieht und den übersteilten Hang nicht mehr stützt. Wann und in welchem Ausmaß der Erdrutsch tatsächlich stattfindet, ist unklar, denn solche Ereignisse können durch kleinere zufälliger Ereignisse wie starke Regenfälle ausgelöst werden. Die Arbeitsgruppe hält einen Zeitpunkt innerhalb des nächsten Jahres für möglich, innerhalb der nächsten 20 Jahre für wahrscheinlich.

Megatsunamis sind in arktischen Fjordlandschaften recht häufig, in den allermeisten Fällen treffen sie jedoch nahezu menschenleere Gegenden. Mehr erfahren...

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