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© Cindy Starr, Kel Elkins, Greg Shirah and Trent L. Schindler, NASA Scientific Visualization Studio (Ausschnitt

Methanemissionen auf Rekordhoch

von Janosch Deeg

Der Ausstoß des Treibhausgases Methan hat die höchsten jemals gemessenen Werte erreicht. Der Anstieg seit dem Jahr 2000 ist besonders auf die Zunahme der Emissionen aus dem Kohlebergbau, der Erdöl- und Erdgasförderung sowie der Rinder- und Schafzucht zurückzuführen.

Die globalen Methanemissionen haben die höchsten jemals registrierten Werte erreicht. Wie die Forscher der Stanford University in den Fachmagazinen »Earth System Science Data« und »Environmental Research Letters« berichten, hat die Erdatmosphäre im Jahr 2017 fast 600 Millionen Tonnen des farblosen, geruchlosen Gases absorbiert. Damit sind die jährlichen Methanemissionen seit den frühen 2000er Jahren, als die Methankonzentrationen in der Atmosphäre relativ stabil waren, um neun Prozent oder 50 Millionen Tonnen pro Jahr gestiegen. Für ihre Studie werteten die Wissenschaftler Daten von Satelliten und von bodengestützten Messstationen aus; für die Jahre 2018 und 2019 liegen die Daten noch nicht vor.

Am stärksten war der Anstieg in Afrika und im Nahen Osten, in China sowie in Südasien und Ozeanien, zu dem Australien und viele Pazifikinseln gehören. Jede dieser drei Regionen erhöhte die Emissionen während des Untersuchungszeitraums um schätzungsweise 10 bis 15 Millionen Tonnen pro Jahr. Die Vereinigten Staaten folgten dicht dahinter und erhöhten die Methanemissionen um 4,5 Millionen Tonnen, was hauptsächlich auf mehr Erdgasbohrungen und -verbrauch zurückzuführen ist.

Weltweit sind vor allem fossile Brennstoffquellen und Rinder für die Zunahme verantwortlich. »Die Emissionen von Rindern und anderen Wiederkäuern sind fast so groß wie die der fossilen Brennstoffindustrie für Methan«, sagt einer der Autoren in einer Pressemitteilung der Stanford University. Die Leute würden über rülpsende Kühe scherzen, aber nicht realisieren, wie groß die Quelle tatsächlich ist. Die Forscher fanden hingegen bislang keinen Hinweis auf einen Anstieg der Methanemissionen in der Arktis. Das wird auf Grund des dort auftauenden Permafrostes befürchtet. Mehr erfahren...

 

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