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Blick auf einen kollabierten Gletscher in Rutog, Westtibet, 2016. Nature/Zong Jibao

Mit ICE-Geschwindigkeit ins Tal

Die Hochgebirgsgletscher sind weltweit auf dem Rückzug. Allerdings ist es in einigen Fällen nicht ein stilles Verschwinden wie in den Alpen, sondern eine mehr oder weniger machtvolle Lawine aus Eis, Geröll und Schlamm, die ein kollabierender Gletscher zu Tal schickt. Auf der Jahrestagung der Europäischen Geowissenschaftlichen Union in Wien waren solche Gletscher, von denen es knapp drei Handvoll Beispiele gibt, ein Thema.

Weniger als sieben Minuten blieben den Bewohnern von Nischni Karmadon im Kaukasus, bevor der Kolka-Gletscher ihr Dorf unter einer Lawine begrub. Um 20:08 Uhr am Abend des 20. September 2002 signalisierte ein lautes Grollen im oberen Teil des Genaldon-Tales, dass etwas mit dem Gletscher am Nordhang des Vulkans Kasbek nicht stimmte. Um 20:13 Uhr erreichten 130 Millionen Kubikmeter Eis, Schlamm und Geröll mit durchschnittlich 150 Stundenkilometer Geschwindigkeit das rund 18 Kilometer entfernte Dorf und rissen alle Häuser im Talgrund mit sich. In manchen Windungen des engen Tales beschleunigte die Lawine auf über 300 Stundenkilometer. Zwei Minuten später hatte sie eine Engstelle im unteren Tal erreicht, wo sie sich aufstaute und zum Stillstand kam. Mindestens 100 Menschen kamen damals um, unter ihnen der russische Filmstar Sergei Bodrow Jr. und seine Crew, die dort gerade Außenaufnahmen für einen Kinofilm drehten. Die Reste der Lawine sind selbst nach 17 Jahren auf aktuellen Luftbildern noch deutlich zu erkennen. Mehr erfahren..

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Erdölförderung im Emsland

Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)