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Typisches Landökosystem im Maastrichtian, der letzten Stufe der Kreidezeit. Bild: Barreda et al., PLoS One (2012); DOI: 10.1371/journal.pone.0052455 (CC BY 2.5)

Muscheln speicherten Tageslänge

Zu Zeiten der Dinosaurier wurden Riffe von Muscheln gebaut. Die sogenannten Rudisten setzten ähnlich wie die heutigen Korallen Kalkstrukturen in die flachen Bereiche der Meere und brachten ihre offenbar photosynthesetreibenden Symbionten auf diese Art in lichtreichere Regionen nahe der Meeresoberfläche. Mit hochmodernen Untersuchungsmethoden hat ein Team von der Vrijen Universiteit Brussel die Schalen kreidezeitlicher Rudisten untersucht und so Indizien für diese bisher nur vermutete Symbiose gefunden. Außerdem konnten die Forscher sehr genau bestimmen, wie lang damals ein Tag war. Ihre Erkenntnisse haben sie in "Paleo-Oceanography und Paleoclimatology" veröffentlicht.

Der Tag in der Spätblüte der Dinosaurier war 29 Minuten kürzer als heute, das Jahr in der ausgehenden Kreidezeit zählte 372 Tage statt nur 365 und einen Vierteltag wie heute. "Wir wissen von den Astronomen, dass der Erdumlauf um die Sonne das Jahr definiert, und dieser Zeitraum hat sich mit der Zeit nicht wirklich verändert", erklärt Niels de Winter, PostDoc an der Vrije Universiteit Brussel. Ganz anders sei das jedoch mit dem Erdentag. "Dessen Dauer wird von der Rotationsgeschwindigkeit unseres Planeten bestimmt, und die hat im Lauf der Erdgeschichte nachgelassen."

Grundsätzlich ist das keine Neuigkeit. Physiker wissen schon lange, dass es gar nicht anders sein kann, weil Erde und Mond sich gegenseitig beeinflussen, seit das Duo vor rund 4,5 Milliarden Jahren entstand. "Der Mond bremst die Erdrotation langsam ab, weil er die Tiden hervorruft", so de Winter. Diese Wellen, die heutzutage vor allem in den Ozeanen sichtbar sind, beeinflussen aber sogar die Kontinente und sorgen für die sogenannte Gezeitenreibung, die die Rotationsgeschwindigkeit der Erde abbremst. Bislang haben Physiker und Astronomen diese Bremswirkung berechnet, indem sie von heutigen Werten ausgingen und mehr oder weniger gleichmäßig in die Erdvergangenheit zurückrechneten. Daten aus der geologischen oder paläontologischen Überlieferung, die diese Ergebnisse bestätigten, waren aber rar und häufig ungenau. Mehr erfahren...

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