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Um geeignete Standorte für die „Kombikraftwerke“ zu identifizieren, wird in BrineMine das Rohstoffpotenzial von Thermalquellen in Chile untersucht. (Foto: Valentin Goldberg, KIT)

Nachhaltiger Rohstoffabbau aus Thermalquellen in Chile

Projekt BrineMine: Das KIT forscht an der schonenden Gewinnung von Energie, Rohstoffen und Trinkwasser aus Geothermalquellen

Ob Lithium, Cäsium oder sogar Gold: Neben Energie können Geothermalwässer auch mineralische Schätze enthalten. Im Forschungsprojekt BrineMine wollen Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) dieses Potenzial nutzbar machen und einen nachhaltigeren Rohstoffabbau in Chile unterstützen. Gemeinsam mit ihren Partnern entwickeln sie Strategien und Methoden zur Förderung der Bodenschätze direkt in Geothermiekraftwerken. Dabei sollen nicht nur Energie und Mineralien gewonnen werden, sondern auch Trinkwasser. In einer Demonstrationsanlage wurden wichtige Prozessschritte bereits erfolgreich getestet.

Bodenschätze aus Chile sind für Deutschland von großer Bedeutung. Jedes Jahr werden nach Angaben der Weltbank tausende Tonnen wertvoller Minerale aus dem südamerikanischen Land importiert, unter anderem für Lithium-Ionen-Batterien. Doch mit dem Abbau sind ökologische und soziale Probleme verbunden: „Die Nutzung der begrenzten Frischwasserressourcen im Norden Chiles für den Bergbau führt regelmäßig zu Konflikten mit der lokalen Bevölkerung“, sagt Professor Thomas Kohl vom Institut für Angewandte Geowissenschaften (AGW) des KIT. „Der Norden Chiles ist eines der trockensten Gebiete der Erde, verfügt aber über umfangreiche Geothermie-Ressourcen. Mit neuartigen ‚Kombikraftwerken‘ kann dort nicht nur klimafreundlich Strom erzeugt, sondern gleichzeitig können auch Trinkwasser und sogar Bodenschätze gewonnen werden.“ Entsprechende Strategien und Technologien entwickelt das Team des AGW im deutsch-chilenischen Forschungsprojekt BrineMine.

Das AGW blickt auf eine langjährige Kooperation mit der Geothermieforschung in Chile zurück. Zentraler Partner ist das Centro de Excelencia en Geotermia de Los Andes (CEGA). „BrineMine zeigt, wie gut die Kooperation zwischen chilenischen und deutschen Institutionen funktioniert“, sagt Professor Diego Morata, der Direktor des CEGA. „Von einer nachhaltigen Entwicklung durch die Kombination von Geothermie und Green Mining können Europa und der Andenraum gleichermaßen profitieren.“

Am Oberrheingraben steht die erste Demonstrationsanlage

Ein Teil der transdisziplinären Forschungsinitiative widmet sich dem geochemischen und geothermischen Potenzial der Thermalquellen in Chile, um geeignete Standorte zu identifizieren. In einer Datenerhebung wird dabei das Rohstoffpotenzial mit Schwerpunkt auf den Thermalfeldern der Atacamawüste ermittelt. Durch das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) wird im Projekt BrineMine aber auch die Anlagentechnik für eine spätere industrielle Nutzung entwickelt. Diese basiert auf einer neuen Prozesskette: Zunächst wird Wärme aus der geothermalen Sole der energetischen Nutzung zugeführt. Die abgekühlte und noch relativ schwach konzentrierte Flüssigkeit wird anschließend durch Umkehrosmose vorkonzentriert, gleichzeitig wird dabei auch Trinkwasser gewonnen. Danach wird das Solekonzentrat durch Membrandestillation bis zur Sättigung weiter aufkonzentriert. „Der thermische Energiebedarf des gesamten Verfahrens kann dabei unmittelbar aus der Abwärme des Kraftwerksprozesses gedeckt werden“, sagt Projektleiter Dr. Joachim Koschikowski vom ISE. „In einem geothermischen Kraftwerk im Oberrheingraben haben wir bereits eine Demonstrationsanlage aufgebaut und zentrale Komponenten erfolgreich in den laufenden Kraftwerkbetrieb integriert.“ Mehr erfahren...

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