Inhalt

Mitglieder des SUSTAIN-Teams mit einem Bohrkern aus dem Untergrund von Surtsey. Bild: ICDP/SUSTAIN

Natürlicher Zement gibt Surtsey Widerstandskraft

Rund dreieinhalb Jahre dauerte es in den 60er Jahren, bis im Süden Islands das jüngste Stück Europas entstanden war. 1963 begannen die Eruptionen im Ozean vor der Insel Heimaey zunächst als untermeerische Ausbrüche. Schnell war der Seeberg so stark gewachsen, dass die Eruptionen sichtbar wurden, und als sie dreieinhalb Jahre später ausklangen, war die rund 1,5 Quadratkilometer große Insel Surtsey geboren. Ein Tiefbohrprojekt des Internationalen Kontinentalen Tiefbohrprogramms untersucht seit 2017, warum Surtsey auch 50 Jahre später noch existiert.

Surtsey ist heute die zweitgrößte Insel der Vestmannaeyr, eines Archipels von rund 16 Inseln inmitten reicher Fischgründe vor der Südküste Islands. Die Insel ist ein streng bewachter Nationalpark, den Menschen nur mit staatlicher Erlaubnis betreten dürfen. Dass es Surtsey immer noch gibt, ist ein Wunder und hat Geowissenschaftler wie Magnus Tumi Gudmundsson, Professor für Geophysik an der Universität von Island in Reykjavik, ehrlich überrascht. "Die Bedingungen hier im Nordatlantik gehören zu den harschesten in den Weltmeeren mit starkem Wellengang bis zu zehn Meter Höhe", erklärt der Isländer.

Deshalb haben er und gut zwei Dutzend Wissenschaftler aus sieben Ländern das Tiefbohrprojekt SUSTAIN auf Surtsey durchgeführt und sind in fast 300 Meter Tiefe vorgedrungen. "Wir haben da einen gut dokumentierten Ausbruch mit einem gut bekannten Volumen an Magma über eine relativ kurze Zeit", erklärt der Würzburger Vulkanologe und SUSTAIN-Mitglied Bernd Zimanowski, "und jetzt, 50 Jahre danach, gibt es diese Insel noch, und da ist es jetzt interessant, welche Prozesse sind da gelaufen."  Mehr erfahren...

Kontextspalte

Erdölförderung im Emsland

Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)