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Panoramaansicht des Linausees/Indonesien. Foto: M. Brehme, GFZ

Neue Erkundungsmethode für die Geothermie

Internationales Forschungsteam präsentiert Kombination aus Kartierung von Unterwasserstrukturen und geochemischen Messungen

Wo bohren? Das ist die zentrale Frage bei der Suche nach unterirdischen Energieressourcen, etwa für die Geothermie. Wasser in Gesteinen fließt entlang durchlässiger Pfade, die die Hauptzielpunkte für geothermische Bohrungen darstellen. Aus Bohrloch-, Bohrkern- und Daten von Mikro-Erdbeben weiß man, dass es sich bei den Pfaden um räumlich miteinander zusammenhängende, durchlässige Strukturen handelt, beispielsweise um Brüche oder andere Störungen im Gestein. Mit bislang verfügbaren Techniken zur Lokalisierung dieser Strukturen lässt sich deren geothermisches Potential jedoch nicht voll ausschöpfen.

Ein Forschungsteam um Maren Brehme, bis August 2019 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen GeoForschungsZentrum und jetzt Assistant Professor an der TU Delft, stellt eine neue Methode zur Lokalisierung interessanter potentieller Bohrstellen vor, die von Wasser bedeckt sind. „Mit unserer Methode wird es in Zukunft möglich sein, geologische Strukturen unter Wasser besser kartieren und eine Aussage über den Zufluss aus umliegenden Schichten treffen zu können“, sagt Maren Brehme.

Da Geothermiefelder oft in vulkanischen Gebieten liegen, treten diese häufig bei oder unter Kraterseen auf. „Diese Seen verdecken aber für die Geothermie wichtige Strukturen“, erklärt Maren Brehme. „In der Studie haben wir gezeigt, dass vulkanische Seen, wie der von uns untersuchte Linausee in Indonesien, sogenannte ‚Sweetspots’ besitzen, tiefe Löcher mit Fluidzufluss aus dem umgebenden Gestein.“ Die Methode ist jedoch nicht auf vulkanische Seen beschränkt, sondern kann auch auf andere Bereiche unter Wasser angewendet werden.

Neuartige Kombination zweier Technologien bringt den Erfolg

Der neue Ansatz kombiniert so genannte Bathymetrie-Messungen mit geochemischen Profilen. Die Bathymetrie (von griech. bathýs „tief“ und métron „Maß“) wird in diesem Fall zur Kartierung von Störungszonen und Geysir-ähnlichen Löchern im Seeboden genutzt. Ihr wichtigstes Werkzeug ist das Echolot. Die geochemischen Profile aus Daten zur Temperatur, Salinität, Dichte und pH-Wert in unterschiedlicher Tiefe zeigen in welchem Bereich des Sees Zuflüsse aus dem umliegenden geothermischen Reservoir auftreten. Die Kombination erlaubt die Unterscheidung von durchlässigen und nicht-durchlässigen Strukturen, was bisher so nicht möglich war. Mit der Methode lassen sich vielversprechende Orte für Bohrungen zielgenauer lokalisieren. Mehr erfahren...

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Erdölförderung im Emsland

Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)