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Beispiele für einige Mineralsymbole nach der neu aufgestellten Abkürzungsliste. © Mineralogical Society of America, 2021

Neue Nomenklatur der Mineralsymbole

Liste für Abkürzungen von Mineralnamen bringt Ordnung in Symbol-Wirrwarr

„Periodensystem“ für Minerale: Was es für die chemischen Elemente schon seit gut 200 Jahren gibt, hält nun auch in der Mineralogie Einzug – eine einheitliche Nomenklatur für Namenskürzel. Die bereits von der International Mineralogical Association abgesegnete Liste gibt erstmals allen 5.744 bekannten Mineralen eine standardisierte Abkürzung und stellt Regeln auf, nach der neue Mineralnamen abgekürzt werden. Das beseitigt den bisherigen „Wildwuchs“, bei dem es bis zu acht Kürzel für dasselbe Mineral gab.

Bei den Elementen sorgte der Chemiker Jöns Jakob Berzelius schon im Jahr 1814 für Ordnung im bis dahin chaotischen Symbolwirrwarr: Er führte ein System von Kürzeln aus ein oder zwei Buchstaben ein, durch die jedes Element eindeutig gekennzeichnet ist. Diese gut 200 Jahre alte Nomenklatur gilt bis heute und bildet die Basis aller chemischen Formeln – von H2O bis (NH4)2SO4.

„Wildwuchs“ bei den Mineralsymbolen

Anders ist dies jedoch in der Mineralogie: Dort tragen die meisten Minerale Namen, die nicht oder nur zum Teil ihren chemischen Verbindungsbezeichnungen entsprechen. Häufig sind sie aber ähnlich lang und komplex, wie beispielsweise Ammoniomagnesiovoltait, Galloplumbogummit oder Magnesio-ferri-fluoro-hornblende. 1983 schlug daher der kanadische Mineraloge Ralph Kretz eine Liste von zwei- und dreibuchstabigen Kürzeln für die 192 häufigsten gesteinsbildende Minerale vor, später wurden diese „Kretz-Symbole“ auf 374 erweitert.

Das Problem jedoch: Inzwischen sind mehr als 5.700 Minerale bekannt und für einen Großteil von ihnen fehlten einheitliche Abkürzungen. Zudem sind die Kretz-Symbole eher eine Empfehlung als eine Vorgabe. „Es hat daher einigen Kürzel-Wildwuchs in der mineralogischen Gemeinschaft gegeben“, erklärt Laurence Warr von der Universität Greifswald. Selbst für gängige Minerale wie Kaolinit existieren dadurch acht verschiedene Kürzel. Mehr erfahren...

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