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Blick über Berlin (Foto: P. Spalek)

Neue Wärme für die Stadt

Wärme macht in Deutschland die Hälfte des Gesamtenergiebedarfs aus, die andere Hälfte wird für Strom und Verkehr benötigt. Die Umgestaltung der Wärmeversorgungsstrukturen von Ballungsgebieten ist somit ein wesentlicher Baustein der Energiewende. Unter dem Titel 'Städtische Wärmeversorgung mit Geothermie ist machbar' lud heute das Deutsche GeoForschungsZentrum GFZ im Rahmen der Berliner Energietage 2019 zu einer Vortragssession ein. Eine zentrale Rolle spielte die verstärkte Integration erneuerbarer Energieträger. Das Vortragsprogramm der GFZ-Session zeigte neben Praxisbeispielen und technologischem Entwicklungsbedarf auch die Barrieren auf, die den Ausbau der Geothermie hemmen.

Notwendig sind mehr Demonstrationsprojekte mit Begleitforschung in allen nutzbaren Naturräumen sowie ein nationales Förderprogramm zur Exploration geeigneter Formationen” sagt Ernst Huenges, Leiter der Sektion Geoenergie am GFZ. Ali Saadat, der die Durchführung von Großexperimenten im Bereich tiefer Geothermie und thermischer Untergrundspeicher am GFZ leitet, sieht Forschungsbedarf bei der nachhaltigen Bewirtschaftung von Reservoir und Anlagen. „Der regulatorische Rahmen muss anwendungsoffener interpretiert werden, um die technologischen Fortschritte schneller in einen volkswirtschaftlichen Nutzen zu überführen.

Aus der Perspektive von Forschung und Industrie wurden Schlüsseltechnologien, Nutzungskonzepte und Pilotprojekte zur Integration geothermischer Wärmequellen und saisonaler thermischer Speicher in die Wärmeversorgung von Städten vorgestellt. Niedrige Betriebskosten, geringer Platzbedarf für Anlagen und nahezu keine Schadstoffemissionen machen den Betrieb geothermischer Anlagen gerade in Großstädten interessant. Als lokale Energieressource steht die Geothermie innerstädtisch zur Verfügung, so dass Transportverluste reduziert und Städte in ihrer Wärmeversorgung unabhängiger werden können. Vorträge zu Berlin und Hamburg sowie zur Transformation der Wärmenetze in der Rhein-Ruhr-Region zeigten, dass immer mehr Städte in ihren Wärmeversorgungskonzepten auf Geothermie setzen. Für Städte wie Berlin und Potsdam ist dies ein zentrales Thema, da die Wärmeversorgung noch vorwiegend mit fossilen Energieträgern erfolgt.

Die Berliner Energietage gelten als jährliche Leitveranstaltung der Energiewende in Deutschland für den Austausch von Politik, Praxis und Forschung. Mehr erfahren...

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Erdölförderung im Emsland

Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)