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Polarstern und Akademik Fedorov bei LAdungsarbeiten auf MOSAiC Fahrtabschnitt 1. (Foto: Jan Rohde)

Neueste Erkenntnisse zur MOSAiC-Scholle

Wissenschaftliche Studie beschreibt Kinderstube des Meereises und bildet die Grundlage für zukünftige Auswertung der Forschungsdaten

Die Neusibirischen Inseln sind der Entstehungsort der MOSAiC-Scholle: Im Dezember 2018 bildete sich vor der Inselgruppe, die die Ostsibirische See und die Laptewsee nördlich von Sibirien voneinander trennt, das Meereis, mit dem das Forschungsschiff Polarstern durch die Arktis treibt. Dabei wurden auch Sedimente, kleine Steinchen und Muscheln mit in das Eis eingebaut, die jetzt, wo das Eis um Polarstern herum schmilzt, überall zum Vorschein kommen. Das ist ein immer seltener werdendes Phänomen, da heutzutage der größte Teil des „schmutzigen Eises“ schmilzt, bevor es überhaupt in die zentrale Arktis gelangen kann. Die Ergebnisse sind Teil einer Studie, die MOSAiC-Forschende jetzt in der Fachzeitschrift The Cryosphere veröffentlichen, und die die Grundlage für viele wissenschaftliche Auswertungen sein wird.

Auf den ersten Blick wirkt es, als hätten Menschen mit dreckverkrusteten Schuhen flächendeckend ihre Spuren im Schnee hinterlassen. Stattdessen sind es jedoch Sedimente und sogar kleine Steine und Muscheln, die die Schmelze derzeit an der Oberfläche der MOSAiC-Eisscholle freigibt. Sie sind beim Entstehen des Meereises mit eingefroren worden und stammen dementsprechend aus der Kinderstube des Eises auf dem Sibirischen Schelf, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jetzt anhand von Modellrechnungen in Kombination mit Satellitendaten genau beschrieben haben.

Die MOSAiC-Eisscholle hatte bereits rund 1200 Seemeilen im Zickzackkurs zurückgelegt, als der Forschungseisbrecher Polarstern am 4. Oktober 2019 bei 85 °Nord und 137 °Ost festmachte und die Drift durchs Nordpolarmeer begann. Während die Forschenden in der Arktis mit ihren Messungen beschäftigt sind, analysieren Kolleginnen und Kollegen daheim die erhobenen Daten. Die genaue Analyse bestätigt die ersten Eindrücke aus der Anfangsphase der Expedition: „Die Auswertung zeigt, dass die gesamte Region, in der die beiden Schiffe nach Schollen gesucht haben, durch außergewöhnlich dünnes Eis geprägt war“, berichtet Dr. Thomas Krumpen, Meereisphysiker am Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI). Der Erstautor der Cryosphere-Studie koordinierte im vergangenen Herbst die Wissenschaft auf dem russischen Forschungseisbrecher Akademik Fedorov, der das Flaggschiff der MOSAiC-Expedition, die Polarstern, die ersten Wochen ins Eis begleitete. Von der Akademik Fedorov aus fand der Aufbau von Messstationen in größerer Entfernung von der MOSAiC-Scholle – dem sogenannten „Distributed Network“ - statt. Mehr erfahren...

 

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