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Eisberge in der Labradorsee im August. Meeresforschende der Uni Kiel konnten hier im Rahmen einer Expedition mit der MARIA S. MERIAN (MSM45) mehr als 250 Meter Sedimentkerne gewinnen. Foto: Felix Gross/Uni Kiel

Ozeanerwärmung beschleunigte vor 8.200 Jahren Gletscherschmelze in Kanada

Forschungen im Rahmen der transatlantischen Graduiertenschule HOSST (Helmholtz Research School for Ocean System Science and Technology) haben neue Erkenntnisse erbracht, wie am Ende der letzten Eiszeit starke Schmelzwassereinträge in die Labradorsee ausgelöst wurden und welche Auswirkungen diese auf die Ozeanzirkulation hatten. Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben ihre Ergebnisse jetzt in der internationalen Fachzeitschrift Nature Communications veröffenlicht.

Die Labradorsee zwischen Grönland und der Nordküste von Kanada mit der Hudson Bucht im Hinterland ist eines der wichtigsten Randmeere in subpolaren Regionen. Dort sinkt kaltes, salzhaltiges Wasser von der Ozeanoberfläche in die Tiefe. Diese Tiefenwasserbildung gilt als stabilisierender Faktor für die nordatlantische Zirkulation, die - als nordöstlicher Ausläufer des Golfstroms - auch das milde Klima in Europa entscheidend beeinflusst. Wird das fragile System aus dem Gleichgewicht gebracht, zum Beispiel, weil große Eismassen abschmelzen und viel Süßwasser in die Labradorsee fließt, können auch die Temperaturen in Nordeuropa über eine längere Periode stark abkühlen.

Kieler Paläoklimaforscherinnen und -forschern ist es nun gelungen, einen wichtigen Baustein in der Abschwächung der nordatlantischen Zirkulation nach dem Beginn der heutigen Warmzeit vor rund 10.000 Jahren zu entschlüsseln. In einer gemeinsamen Studie mit Kolleginnen und Kollegen aus Kanada und Mainz konnten sie aufzeigen, dass der endgültige Zusammenbruch des gewaltigen Eispanzers in Nordkanada, des Laurentidischen Eisschilds, welches sich während der jüngsten Eiszeit gebildet hatte, durch ein Vordringen warmer Wassermassen aus der Labradorsee in die Hudson Bucht beschleunigt wurde. So gelangten große Mengen an Schmelzwasser in die Labradorsee, was zu der - aus vorherigen Studien schon bekannten - Verlangsamung der nordatlantischen Zirkulation und damit zu einem starken Rückgang der mittleren Temperaturen in Nordeuropa über zwei bis drei Jahrhunderte führte. Die Ergebnisse sind kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift Nature Communications erschienen.

Die Labradorsee mit der Hudson Bucht ist ein ideales Gebiet für Meeresforscherinnen und Meeresforscher. Hier erhalten Sie wichtige Erkenntnisse über die Mechanismen, die für die Tiefenwasserbildung und damit das Absinken von kaltem sauerstoffreichem Wasser in die Tiefe und die Strömung von wärmeren Oberflächenwasser in Richtung Norden verantwortlich sind. Anhand von Sedimentkernen können sie die Klimageschichte von der letzten Eiszeit bis heute rekonstruieren. Dazu werden vor allem Zeiten mit extremen natürlichen Klimaschwankungen erforscht und mit aktuellen Datensätzen verglichen. Mehr erfahren...

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Erdölförderung im Emsland

Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)