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Sentinel-2 Falschfarbenbilddarstellung des Untersuchungsgebietes mit den Seward und Baldwin Halbinseln in Nordwestalaska. Aufnahmedatum: 3. Juli 2018. (Foto: ESA Sentinel-2 satellite data. Imagery created and accessed through SentinelHub/Sentinel Playground)

Permafrost - Schmelzende Arktis im Schnellvorlauf

Permafrostböden tauen immer stärker auf

Der tiefgefrorene Permafrostboden in der Arktis taut in erschreckendem Ausmaß. Das haben Forschende des Alfred-Wegener-Instituts jetzt durch die Auswertung von Satellitenbildern eindrücklich bestätigt: Schmelzwasserseen in Alaska laufen reihenweise aus, weil der Boden immer weicher wird. Das Ausmaß des Seen-Kollapses war in der Saison 2017/2018 so extrem, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler es eigentlich erst für das Ende dieses Jahrhunderts erwartet hätten.

Kaum eine Region der Erde erwärmt sich im Zuge des Klimawandels so schnell wie die Arktis. Das wird unter anderem daran sichtbar, dass die arktische Meereisfläche im Sommer immer kleiner wird. Doch auch an Land hinterlässt die Erwärmung immer deutlichere Spuren. So tauen die Permafrostgebiete von Nordamerika, Skandinavien und Sibirien seit einigen Jahren immer stärker auf – beispielsweise ganz im Nordwesten Alaskas. Beim Permafrost handelt es sich um Böden, die seit der letzten Eiszeit vor rund 20.000 Jahren oder sogar noch länger permanent bis zu mehrere Hundert Meter tief gefroren sind.  

Das Permafrostgebiet in der Region um die Stadt Kotzebue in Alaska ist übersät mit vielen Hundert Schmelzwasserseen. Diese entstehen, wenn der Permafrostboden antaut und absackt. In den Vertiefungen sammelt sich dann das Schmelzwasser aus dem Boden oder des Schnees, der im Winter fällt. Solche Seen sind nichts Neues. Manche sind schon mehrere Tausend Jahre alt und nach dem Ende der letzten Eiszeit entstanden. In jüngster Zeit aber ist Bewegung in die Seenlandschaft gekommen, weil die Winter dort immer öfter vergleichsweise milde ausfallen. Der Permafrostboden taut im Sommer stark auf und friert selbst im Winter nicht immer komplett wieder zu, sodass die Ufer der Seen instabil werden und brechen. Die Seen laufen aus. Ein besonders extremes Ereignis haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) in der Saison 2017 und 2018 beobachtet: Innerhalb eines Jahres liefen so viele Seen aus, wie nie zuvor – rund 190 Stück. „Das Ausmaß hat uns erschreckt“, sagt der AWI-Geograph Ingmar Nitze. „Der Winter 2017/2018 war sehr feucht und warm. Es herrschten Bedingungen, die unsere Klimarechenmodelle für das Ende dieses Jahrhunderts als Normalzustand vorhersagen. Wir konnten gewissermaßen in die Zukunft sehen. Das Schmelzen wird dann katastrophale Ausmaße erreicht haben.“  Mehr erfahren...

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