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Karstgebiete leiden häufig unter Wassermangel: Das Wasser ist nur in großen Tiefen verfügbar, zudem ist es anfällig für Verschmutzung. (Foto: Peter Oberle, KIT)

Pilotanlage in Vietnam: Wasser für 10 000 Menschen

Innovative Anlage Seo Ho eingeweiht – KIT entwickelt nachhaltige Technologien zur Wasserförderung in Schwellen- und Entwicklungsländern

Mehr als 20 Prozent der Weltbevölkerung sind von Karstgrundwasser abhängig. Im porösen Gestein dieser Regionen versickert Wasser in großen Mengen und steht oft nur in großen Tiefen zur Verfügung. Karstwasser ist zudem anfällig für Verunreinigungen. Es für eine nachhaltige Wasserversorgung zu nutzen, ist in Schwellen- und Entwicklungsländern eine Herausforderung. Mit der Wasserförderanlage Seo Ho haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) an der Spitze des Verbundprojektes KaWaTech Solutions in Nordvietnam ein zukunftsweisendes Versorgungssystem implementiert. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt noch bis 2020.

Die Kapazität der Anlage reicht aus, um auf dem an der Grenze zu China gelegenen Dong-Van-Karst-Plateau rund 10 000 Menschen unabhängig von Regen- und Trockenperioden mit Wasser zu versorgen. Entstanden ist sie nach langjähriger Forschungs- und Entwicklungsarbeit im BMBF-Verbundprojekt KaWaTech Solutions. Bei einem Festakt haben das Projektteam gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des BMBF und des vietnamesischen Forschungs- und Technologieministeriums sowie des Bürgerkomitees der nordvietnamesischen Provinz Hà Giang sie nun eingeweiht.

Das innovative Konzept baut auf die bestehende Infrastruktur des Wasserkraftwerks Seo Ho aus den 1990er-Jahren auf. Dieses speist sich aus dem gleichnamigen Fluss und wurde bisher nur zur Stromerzeugung genutzt. Das auf einen Durchfluss von über 1 000 Litern pro Sekunde ausgelegte Kraftwerk konnte bislang nur während der Regen- und Übergangszeit wirtschaftlich betrieben werden. In den trockenen Monaten stand es aufgrund der stark sinkenden Abflussmengen und dem damit einhergehenden Abfall des Wirkungsgrads der Turbinen teils mehrere Monate still. „Dieses Phänomen kennen wir von vielen Wasserkraftwerken in tropischen und subtropischen Klimazonen“, erklärt Professor Franz Nestmann, Leiter des Instituts für Wasser und Gewässerentwicklung (IWG) am KIT. 

Um die Anlage auch in der Trockenzeit wirtschaftlich fahren und Menschen zuverlässig mit Wasser versorgen zu können, entwickelte das interdisziplinäre Team ein spezielles örderkonzept, um Wasser über eine Hochdruckleitung in die rund 400 Meter höher gelegenen Gebirgssiedlungen und die Distrikthauptstadt Dong Van City zu pumpen. Mehr erfahren...

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Erdölförderung im Emsland

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