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Die Pilotstation für das neue Erschütterungsmessnetz. Das Geophon ist unterhalb der Schachtabdeckung installiert (rechts). Im Vordergrund befindet sich die ODL-Station des BfS mit dem Schaltschrank für die Messelektronik und der Verbindung zum Datenzentrum Quelle: BGR

Pilotstation für neues Erschütterungs-Messnetz der BGR in Betrieb genommen

Die BGR hat jetzt auf ihrem Grundstück in Hannover die Pilotstation für das neue Erschütterungsmessnetz in Betrieb genommen. Sie dient der Erprobung eines Stationstyps, der mit kostengünstigen Drei-Komponenten-Geophonen ausgerüstet ist und mit geringem Wartungsaufwand zuverlässig rund um die Uhr Bodenbewegungen registriert. Per Mobilfunk werden die Aufzeichnungen an das seismologische Datenzentrum der BGR zur automatischen Analyse übertragen. Damit wird es möglich, in Deutschland ein engmaschiges Messnetz von Stationen mit einem durchschnittlichen Abstand von etwa 30 km zu etablieren. 600 derartige Stationen sollen dafür in den kommenden Jahren installiert werden. Dieses Geophon-Messnetz ist als Ergänzung zum vorhandenen deutschen seismologischen Regionalnetz „GRSN" geplant. Damit kann die BGR Erdbeben nicht nur schneller und zuverlässiger detektieren und lokalisieren, sondern auch unmittelbar nach der seismischen Erschütterung deren Einwirkung an der Oberfläche abschätzen. Die so gewonnenen Informationen unterstützen Behörden, Lagezentren und auch betroffene Bürger künftig noch schneller bei ihren Entscheidungen.

Bei der Auswahl der 600 Standorte für das Erschütterungsmessnetz kooperiert die BGR mit dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), das ein deutschlandweites Messsystem mit 1.800 Standorten zur Messung der Radioaktivität der Luft (ODL-Messnetz) betreibt. Unter Nutzung der vorhandenen Infrastruktur werden die technischen Voraussetzungen geschaffen, an einem Drittel der BfS-Stationen zusätzlich das seismische Messsystem zu installieren. Auch fachlich besteht ein beiderseitiges Interesse, die Messergebnisse dieser zwei Methoden zu kombinieren. So ist die Messung erhöhter Radioaktivität bereits zentraler Teil des deutschen Notfallschutzes bei Unfällen in kerntechnischen Anlagen oder anderen radioaktiven Freisetzungen. Das zusätzliche dichte Erschütterungsmessnetz lässt gegebenenfalls schnell Zeit und Ort der Freisetzung feststellen, falls diese mit einer Explosion einherging. Die Ausbreitung der radioaktiv belasteten Luft kann damit besser prognostiziert werden. Solche Informationen sind für Lagezentren und Einsatzkräfte von großem Wert, da wirksame Schutzmaßnahmen noch gezielter ergriffen werden können. Mehr erfahren...

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