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Prof. Dr. Andreas Pack hat im Göttinger Isotopenlabor die Zusammensetzung der Isotope von Gesteinen aus der Frühzeit der Erde untersucht. Foto: Dennis Kohl

Warme Meere in der Frühzeit der Erde?

Forscher der Universitäten Göttingen, Köln und Århus errechnen Wassertemperaturen der ersten Ozeane

(pug) Seit Jahrzehnten wird kontrovers über die Wassertemperaturen der ersten Ozeane auf der Erde diskutiert. Aufgrund der damals schwächeren Sonneneinstrahlung könnten die Ozeane sehr kalt gewesen sein, vielleicht sogar gefroren. Auf der anderen Seite könnte ein extremer Treibhauseffekt durch die damals sehr dichte CO2-Atmosphäre zu Meerestemperaturen um die 70 Grad Celsius geführt haben. Drei Wissenschaftler der Universitäten Köln, Göttingen und Århus haben nun die Entwicklung unserer Atmosphäre mit der Entwicklung der Gesteinskruste und der Meerwassertemperaturen zusammengeführt. Sie haben Temperaturen von etwa 40 Grad Celsius in der Frühzeit der Erde errechnet. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences erschienen.

„Die Atmosphären von Erde und ihrem Schwesterplaneten Venus haben sich im Laufe der letzten 4,6 Milliarden Jahre in sehr unterschiedliche Richtungen entwickelt“, sagt der Isotopengeologe Prof. Dr. Andreas Pack von der Universität Göttingen. „Unser Schwesterplanet Venus hat noch heute eine sehr dichte Atmosphäre aus CO2. Dort am Boden herrscht ein extremer Druck von 90 bar. Im Vergleich dazu hat die Erde heute eine Atmosphäre von 1 bar, aber CO2 ist nur als Spurengas enthalten – kommt also in der Luft nur in sehr geringen Anteilen vor. Wo ist das ganze CO2 geblieben?“

Im Göttinger Isotopenlabor wurde die Zusammensetzung der Isotope von Gesteinen aus der Frühzeit der Erde untersucht. Ein Ergebnis ihrer neuen Berechnungen der globalen Stoffflüsse ist, dass die Temperatur vor 3,5 Milliarden Jahren mit rund 40 Grad Celsius zum einen nicht so extrem heiß war wie früher angenommen, zum anderen aber doch deutlich wärmer als heute. Diese Umweltbedingungen sind bei der damals schwächeren Sonneneinstrahlung nur dann zu erreichen, wenn noch sehr viel CO2 in der frühen Erdatmosphäre vorhanden war. Mehr erfahren...

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