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Thermokarst-Seen in Alaska (Foto: Guido Grosse / Alfred-Wegener-Institut)

Schlummernder Riese erwacht

Beschleunigtes Tauen des Permafrosts in nördlichen Regionen wird weitreichende Folgen auf das globale Klima haben

Seit Jahren erforschen Wissenschaftler, inwieweit das allmähliche oberflächennahe Tauen des Permafrosts, das sich über Jahrzehnte in der obersten Schicht der arktischen Böden hinzieht, die Freisetzung von bisher tiefgefrorenem Kohlenstoff in die Atmosphäre beeinflussen wird. Ein internationales Forscher-Team unter Mitwirkung von AWI-Wissenschaftler Prof. Dr. Guido Grosse weist nun auf die Dringlichkeit eines weitergehenden Phänomens hin, welches bisher in einzelnen Feld- und Fernerkundungsstudien untersucht wurde: Das abrupte Tauen von eisreichem Permafrost, was durch Bodensenkung, Enstehung von Seen, und massiven Hangrutschungen ganze Landschaften in Monaten bis wenigen Jahre transformieren kann – und damit sogar den Kohlenstoff aus größeren Tiefen freisetzt. Ihr Kommentar wurde nun in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht.

Die Erstautorin des Berichts, Prof. Dr. Merritt Turetskyvon der University of Guelph in Kanada, beschreibt in diesem Zusammenhang den Permafrostkohlenstoffspeicher als einen „schlummernden Riesen“ der am Erwachen ist. Das abrupte Abschmelzen dieser Böden und die Kohlenstoffmobilisierung dürfte weitreichende Auswirkungen auf die Erderwärmung haben. 

„Die vielen verschiedenen schnellen Auftauprozesse wurden bisher nur lokal oder regional betrachtet. Eine Zusammenführung der Studien und Daten, um die mobilisierte Kohlenstoffmenge ähnlich wie schon bei dem allmählichen, oberflächennahen Tauen abzuschätzen, stand bisher aus.“, so Guido Grosse, Wissenschaftler und Permafrost-Experte am Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI). Mehr erfahren...

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Erdölförderung im Emsland

Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)