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Das PLOT-Forscherteam arbeitet auf dem zugefrorenen See Bolshoye Shuchye. (Foto: Martin Melles/Universität zu Köln)

Sedimente erlauben Einblicke in letzte Kaltzeit

Ein deutsch-russisches Forscherteam hat Sedimentkerne aus nahezu unberührten Seen in der russischen Arktis geborgen, um mehr über die Umweltbedingungen und Klimaveränderungen in der gesamten letzten Kaltzeit zu erfahren. Gefördert wird das Projekt PLOT vom Bundesforschungsministerium im Rahmen der wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit mit Russland.

Riesige arktische Eisflächen im entlegenen Norden Russlands, Temperaturen von 20 bis über 30 Grad Minus, dazu oftmals stürmischer Wind – es gibt auf der Welt angenehmere Orte, um Forschungsarbeit zu betreiben. Mehrere Wochen haben Forscherinnen und Forscher unter diesen Bedingungen in Zelten und einfachen Hütten in der russischen Arktis campiert, um Probenmaterial für das Projekt PLOT (Paläolimnologischer Transekt) zu gewinnen.

Die Region ist deshalb von großem wissenschaftlichem Interesse, da sie gegenwärtig durch den Klimawandel eine rasante Veränderung erfährt. So lässt sich für die hohen nördlichen Breitengrade derzeit eine viel stärkere Erwärmung als andere Teile der Erde feststellen (ACIA, 2005; IPCC, 2013). Eine der sichtbarsten Folgen der Erderwärmung ist das Auftauen der Dauerfrostböden in der Region.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese verstärkte Erwärmung auf komplexe Rückkopplungsmechanismen in der Atmosphäre, im Ozean und an Land zurückzuführen ist. Diese Zusammenhänge werden bislang jedoch nur unzureichend verstanden. Um sie zu erforschen, müssen die vergangenen Klimaveränderungen auf größeren Zeitskalen betrachtet werden, als das mit meteorologischen Messungen möglich ist. Diese Erkenntnisse dienen auch dazu, mithilfe von Modellen künftige Klimaveränderungen realistischer vorauszusagen.

Bekannt ist bereits heute: Das fragile Gleichgewicht der Permafrostböden wird durch die Klimaerwärmung mehr und mehr gestört, mit messbaren Folgen: Durch das immer tiefere Auftauen der oberen Schichten sacken die Böden ab, werden zu Schlammwüsten und bilden tiefe Senken, in denen sich sogenannte Thermokarst-Seen bilden. In der Folge können viele Flächen nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden, Häuser drohen einzustürzen, Straßen, Bahnstrecken und Versorgungsleitungen werden beschädigt. Mehr erfahren...

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Erdölförderung im Emsland

Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)