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So könnte der Einschlag von Theia auf der frühen Erde ausgesehen haben. Bild: NASA/JPL-CALTECH/T. PYLE

Theia im irdischen Gewand

In der Frühzeit des Sonnensystems wurde unser Planet von einem Schwesterkörper getroffen und zurückverwandelt in eine glutflüssige Hölle. Bei der Kollision entstand auch der Mond, der seitdem unseren Himmel dominiert. Von dem Schwesterplaneten Theia dagegen blieb der vorherrschenden Theorie zufolge jedoch keine Spur, ihr Material vermischte sich vollkommen mit dem der Erde. Untersuchungen zufolge, die jetzt in "Nature Geoscience" veröffentlicht wurden, könnte aber im Mond noch ein großer Teil von Theia stecken, verhüllt von einer Schicht aus vornehmlich irdischem Material.

Unser Mond ist offenbar doch kein besonders naher Verwandter der Erde. "Wir haben in den Mondproben eine dreimal so große Bandbreite an Sauerstoffisotopen gefunden wie in Mantelgesteinen der Erde und dann nach einer Erklärung gesucht", berichtet Erick Cano, Doktorand an der Universität von New Mexico. Sauerstoffisotope werden von den Planetologen sozusagen als Hinweis auf den Geburtsort von außerirdischen Gesteinsproben genutzt. Ein bestimmtes Verhältnis der verschieden schweren Sauerstoffvarianten zeigt die Position in der protoplanetaren Scheibe, an der der fragliche Himmelskörper in der Entstehungszeit des Sonnensystems entstand. Bestehen Erde und Mond aus dem gleichen Material, sollte ihre Sauerstoffisotopen-Profil gleich sein. Zu diesem Ergebnis waren auch aktuelle Isotopenmessungen an Mondgestein gekommen und damit schien die Frage geklärt zu sein.

Doch Cano und seine Kollegen haben genauer hingeschaut und den Ursprung der Mondgesteinsproben in ihre Untersuchung miteinbezogen. "Je nach Gesteinsart hatten die Mondproben unterschiedliche Sauerstoffisotopenprofile", so der Geochemiker, "bei den Gesteinen, von denen man einen Ursprung im Mondinneren annimmt, unterschied sich das Profil am stärksten von dem der Erde." Wenn das Ergebnis der US-Geochemiker stimmt, kann das für die Entstehung des Mondes nur heißen, dass die derzeit herrschende Vorstellung nicht zu halten ist. Mehr erfahren...

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