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Tiefe Kohlendioxidspeicher im Erdmantel verursachen den hohen CO2-Austoß des Ätna

Magma transportiert im Erdmantel gespeichertes Kohlendioxid zu Vulkanen, von wo es in die Atmosphäre entweicht / Italienisch-deutsches Team misst die natürlichen CO2-Emmission von Vulkanen mit einer neuartigen Methode / Veröffentlichung in der Fachzeitschrift „Geology“

Der Transport von Kohlendioxid, das 50 bis 150 Kilometer tief im Erdmantel unter der Hybleanischen Hochebene in Süditalien lagert, ist für die erstaunlich hohen CO2-Emissionen des Ätna verantwortlich. Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Team von Geologen, dem Forschende der Universitäten Florenz (Italien) und Köln (Deutschland) sowie des Istituto di Geologia Ambientale e Geoingegneria des Nationalen Forschungsrats Italiens (CNR) angehören. Das Ergebnis beruht auf der Bestimmung des Verhältnisses der seltenen Spurenelemente Niob und Tantal in den von Vulkanen ausgestoßenen Magmen mithilfe moderner, hochpräziser Messmethoden. Der Artikel „A carbon-rich lithospheric mantle as a source for the large CO2 emissions of Etna volcano (Italy)“ ist in der Fachzeitschrift Geology erschienen.

Im Laufe der Erdgeschichte – vor dem Auftauchen des Menschen – waren in erster Linie vulkanische Emissionen für Schwankungen im CO2-Gehalt der Atmosphäre verantwortlich. Wie hoch der Beitrag der Vulkane tatsächlich ist, lässt sich jedoch nur schwer abschätzen, da er nicht direkt mit dem Gesamtvolumen des Magmas zusammenhängt, das sie ausstoßen. Tatsächlich weisen einige Vulkane außergewöhnlich hohe CO2-Emissionen auf – im Vergleich zu der Menge an Kohlendioxid, das in ihrem Magma gelöst werden kann. Der Ätna ist vielleicht das auffälligste Beispiel, denn er trägt mit 9.000 Tonnen pro Tag zu 10 Prozent des aktuell weltweiten vulkanischen CO2-Ausstoßes bei. Das ist dreimal mehr CO2 als beispielsweise der Kilauea auf Hawaii, der viermal mehr Magma ausstößt.

Das Team untersuchte die Magmen von vier Vulkanen in der Region (Ätna, Monte Vulture, Stromboli und Pantelleria). Dabei machten sich die Forscher die Eigenschaften der seltenen Elemente Niob (Nb) und Tantal (Ta) zunutze, deren Vorkommen sie in den Magmen der Vulkane maßen. Das Nb/Ta Verhältnis ist in magmatischen Gesteinen zumeist sehr konstant, da es nur durch wenige geologische Prozesse verändert werden kann, etwa durch kohlenstoffreiche Schmelzen im Erdmantel. Die Studie zeigte, dass die Magmen des Ätna und des Monte Vulture extrem hohe Nb/Ta Verhältnisse aufweisen – höher als jeder andere aktive Intraplattenvulkan. Die Zusammensetzung des Magmas deutet darauf hin, dass unter Süditalien Areale des Erdmantels vorhanden sind, die extrem mit Kohlenstoff angereichert sind. Dieses Kohlenstoffreservoir wird beim Aufschmelzen der Magmen „angezapft“.
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