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Eines von mehreren 100.000 Fotos des Meeresbodens des DISCOL-Gebietes, die das AUV ABYSS 2015 aufgenommen hat. Unten links sind deutlich Pflugspuren von 1989 zu erkennen, in der Mitte Spuren einer jüngeren Beprobung. In der Bildmitte ist außerdem eine Seegurke zu sehen. Foto: AUV-Team/GEOMAR

Tiefseebergbau belastet Umwelt auf Jahrzehnte

Auswertung des bislang größten Tiefsee-Fotomosaiks veröffentlicht

Sollten in Zukunft große Maschinen Manganknollen vom Meeresboden des Pazifiks sammeln, würde das die betroffenen Tiefsee-Ökosysteme mindestens über mehrere Jahrzehnte verändern. Das ergaben Untersuchungen, die das Projekt JPI Oceans MiningImpact 2015 im Südostpazifik durchgeführt hat und die jetzt in der internationalen Online-Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht wurden.

In dieser Woche endete eine insgesamt dreieinhalb-monatige Expedition des deutschen Forschungsschiffs SONNE im Hafen von Vancouver (Kanada). Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Projekts MiningImpact haben in der Clarion-Clipperton-Zone (CCZ) zwischen Mexiko und Hawaii untersucht, wie sich ein für die Zukunft angedachter Abbau von Manganknollen auf das Ökosystem der Tiefsee auswirken würde.

Schon 2015 war die SONNE für die erste Projektphase von MiningImpact in der CCZ und im Südostpazifik im Einsatz. In der internationalen Online-Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlichen beteiligte Forscherinnen und Forscher des National Oceanography Centre und der Universität Southampton (Großbritannien) sowie des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel jetzt Ergebnisse der damaligen Arbeiten. Sie belegen, dass schwere Eingriffe in den Meeresboden, wie ihn der Abbau von Manganknollen bedeuten würde, den Meeresboden mindestens für Jahrzehnte verändert.

Schon seit den 1970er Jahren werden Manganknollen aus der Tiefsee immer wieder als mögliche Rohstoffquelle diskutiert. Sie enthalten neben Mangan auch begehrte Metalle wie Kupfer oder Kobalt. Im Jahr 1989 hatten deutsche Forscher in einem Manganknollengebiet vor Peru einen eng umgrenzten Bereich des Meeresbodens mit einer Egge umgepflügt, um einen Abbau zu simulieren. Ziel war, über einen langen Zeitraum zu beobachten, ob und wie sich der Meeresboden regenerieren kann. Das Gebiet wird als "DISturbance and reCOLonization experiment" (DISCOL) bezeichnet und befindet sich in rund 4000 Meter Tiefe. Mehr erfahren...

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Erdölförderung im Emsland

Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)