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Quelle: Senckenberg

Über 18.000 Funde: Forschungsgrabung in Untermaßfeld abgeschlossen

Vierter Band zu der früheiszeitlichen Fundstelle erschienen

Seit vier Jahrzehnten wird in der thüringischen Wirbeltierfundstelle Untermaßfeld regelmäßig ausgegraben. Bis heute wurden dort über 18.000 Fossilien – vom Nashornschädel bis zum winzigen Froschskelett – in 127 Grabungsmonaten geborgen. Im neu erschienenen, vierten Band der Monographie „The Pleistocene of Untermassfeld near Meiningen“ werden zahlreiche neue Forschungsergebnisse zu den Funden veröffentlicht. Darunter befindet sich der weltweit älteste Nachweis von Yaks, ein neu beschriebener, kompletter Nashornschädel und sogar Fraßspuren von Speckkäferlarven, die Rückschlüsse auf die Ablagerungsgeschichte des einstigen Leichenfeldes erlauben.

18.250 katalogisierte Funde, bestehend aus Serien und Einzelpräparate, alle sorgsam aufbewahrt in eigens dafür hergestellten Sammlungsschränken – dies ist das Ergebnis der Grabungen in der Fossilfundstelle Untermaßfeld. „Nach 127 Grabungsmonaten und 37 Grabungsperioden schließen wir unsere Aktivitäten in dieser außergewöhnlichen und wissenschaftlich hochspannenden Fundstelle – zumindest vorerst – ab“, erklärt Prof. Dr. Ralf-Dietrich Kahlke von der Senckenberg Forschungsstation für Quartärpaläontologie in Weimar und fährt fort: „Seit 1979 wird in der etwa eine Million Jahre alten Fundstelle kontinuierlich gegraben. Untermaßfeld ist hiermit die langandauerndste paläontologische Grabung Europas und wohl auch eine der fundreichsten weltweit!“

Die Grabungsbilanz ist überwältigend: 14.291 katalogisierte Funde von Großsäugetieren, über 7000 Kleinwirbeltierfossilien und 99 „in situ“-, also in der Original-Fundlage konservierte, Präparate von Groß- und Kleinwirbeltieren stammen aus Untermaßfeld. Der Weimarer Quartärpaläontologe hebt die Bedeutung der Fundstelle hervor: „In Untermaßfeld sind 250 Funde pro Quadratmeter keine Seltenheit. Insgesamt sind mehr als 1000 Schubfächer in unseren Sammlungen mit Fossilien aus der Fundstelle im thüringischen Werratal gefüllt. Die Funde werden seit 42 Jahren präpariert, fotografiert, gezeichnet und dokumentiert – so stehen sie auch für nachfolgende Generationen zur Verfügung!“ Mehr erfahren...

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