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Geologen der Uni Potsdam bei den Bohrungen in Ostafrika. Source: René Dommain

Überraschender Entwicklungsschub frühzeitlicher Menschen durch Umweltveränderungen verursacht

Turbulente Zeiten führten vor 320.000 Jahren zu entscheidenden Veränderungen und Anpassungen des Verhaltens der Menschen. Ein neuer Sedimentbohrkern zeigt ein sich stark veränderndes Ökosystem im Ostafrikanischen Graben während einer entscheidenden Phase in der Evolution des Menschen und seiner technologischen und kulturellen Entwicklung. In der Oktober-Ausgabe der Fachzeitschrift Science Advances berichtet ein internationales Forscherteam unter Leitung des renommierten Anthropologen Richard Potts von der Smithsonian Institution über eine lange Phase instabiler Umweltbedingungen, die sich in diesem Teil Afrikas – im heutigen Kenia – zur Zeit grundlegendster Veränderungen im Verhalten und der Steinzeitkultur unserer Vorfahren ereigneten. Einige der Analysen am Bohrkern und die Datenauswertung wurden von René Dommain und Simon Riedl am Institut für Geowissenschaften der Universität Potsdam durchgeführt. Der Paläoökologe Dommain ist seit Beginn des Projekts involviert, das mit der Entnahme des Bohrkerns nahe der weltberühmten Ausgrabungsstätte Olorgesailie in Kenia im September 2012 begann.

Über Jahrhunderte konnten sich die frühen Menschen im Ostafrikanischen Graben auf ihre Umwelt verlassen. Seen mit Süßwasser versorgten sie mit Trinkwasser und gewaltige Herden großer Pflanzenfresser streiften durch das Grasland. Doch etwa 400.000 Jahre vor heute änderte sich plötzlich alles. Die Umweltbedingungen wurden wechselhafter und unsere Vorfahren wurden mit Veränderungen konfrontiert, die den bisherigen Lebensstil unmöglich machten.

Erste Analysen eines Bohrkerns, der die Umweltbedingungen im Ostafrikanischen Graben über einen Zeitraum von rund einer Million Jahre abbildet, zeigen Veränderungen der Vegetation und des Wasserangebotes der Region zu einem Zeitpunkt, an dem die Menschen zunächst ihre Werkzeuge deutlich weiterentwickelten und diese erstmals über lange Distanzen auch austauschten. Diese Beobachtungen lassen vermuten, dass Veränderungen in Klima, Landschaft und Ökosystem die Entwicklung neuer Merkmale und Verhaltensweisen begünstigten, die eine Anpassung der Menschen vorantrieben.

Bereits 2018 konnte Potts gemeinsam mit weiteren Kollegen an archäologischen Grabungen den Wandel in Verhalten und Kultur der Menschen in der Region um Olorgesailie zeigen. Über mehr als 700.000 Jahre nutzten die Frühmenschen die gleiche Art von Werkzeug – den Faustkeil.  Mehr erfahren...

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Erdölförderung im Emsland

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