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Foto: M. Weber, GFZ

Überwachung des Ätna mit Glasfaserkabeln

Ein Team von Vulkanologen des Istituto Nazionale di Geofisica e Vulcanologia (INGV) Catania und des GFZ hat ein 1,5 km langes Glasfaserkabel am italienischen Vulkan Ätna installiert. Das Einsatzgebiet liegt auf 2.800 m Höhe, ca. 550 m unter dem Gipfel des größten europäischen Vulkans.

Das Ziel unseres Experiments ist es, faseroptische Messungen als ergänzende und alternative Methode zur Überwachung der vulkanischen Aktivität des Ätna zu testen“ sagt Philippe Jousset vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ. Die Daten aus dem Glasfaserkabel werden von einem DAS Silixa Ltd-Gerät (Distributed Acoustic Sensors) erfasst, das am Pizzi Deneri Observatorium nahe dem Gipfel des Ätna installiert wurde. Der Einsatz der Instrumente begann am 1. Juli 2019 und dauert bis Mitte September 2019, so dass eine kontinuierliche Aufzeichnung der Vulkanaktivität des Ätna möglich ist. „Dies ist nach unserem Kenntnisstand das erste Projekt mit modernster Glasfasertechnologie an einem aktiven Vulkan mit einer beispiellosen räumlichen Auflösung“ sagt Jousset.

Die Technik ermöglicht die Erkennung, Lokalisierung und Quantifizierung von Spannungen, die durch geophysikalische Prozesse entlang des Kabels erzeugt werden, und ermöglicht sowohl die Entdeckung unbekannter unterirdischer Strukturen und ihrer dynamischen Prozesse, als auch die Überwachung seismischer und vulkanischer Aktivitäten bei hoher räumlicher (2 m) und zeitlicher Auflösung (1000 Hz). Zur Validierung von DAS-Messungen werden zugleich 30 Breitband-Seismometer und 3 Infraschall-Arrays aus dem Geophysikalischen Gerätepool Potsdam (GIPP) eingesetzt. Mehr erfahren...

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Erdölförderung im Emsland

Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)