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Der Chew Bahir-See im Süden Äthiopiens – aktuell ist der See nahezu ausgetrocknet, aber in der Vergangenheit führte er große Wassermassen. Foto: Senckenberg/Junginger

Vom Kommen und Gehen eines Mega-Sees

Hydrologische Untersuchungen am ostafrikanischen Chew Bahir in der „Wiege der Menschheit“
Forschende des Senckenberg Center for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen haben mit einem internationalen Team in einem abgelegenen Tal in Südäthiopien die 20.000 Jahre zurückreichende Geschichte des Chew Bahir Mega-Sees rekonstruiert. Unter der Leitung von Annett Junginger zeigen die Wissenschaftler*innen, dass der See in seiner Geschichte rapiden Wasserspiegelschwankungen unterlag, welche sich direkt auf die vor Ort lebenden Menschen auswirkten. Die Studie erschien kürzlich im Fachjournal „Frontiers in Earth Science“.

Wasser ist das wichtigste Grundnahrungsmittel des Menschen. Menschen aller Kulturen strebten und streben danach, sich an Orten anzusiedeln, die nicht zu weit von sauberem Trinkwasser entfernt liegen – so auch seit 20.000 Jahren im Süden Äthiopiens am heutigen Chew Bahir-See.
Derzeit ist dieser See nahezu vollständig ausgetrocknet. „In der Vergangenheit führte der See aber immer wieder enorme Mengen an Wasser und erreichte Ausdehnungen von der fünffachen Größe des Bodensees!“, erklärt Markus Fischer, Erstautor und Doktorand an der Universität Tübingen und fährt fort: „Wir konnten anhand von hydrologischen Modellierungen und den Sedimenten des Sees enorme und schnell wechselnde Seespiegelschwankungen in dessen Vergangenheit aufzeigen.“

Die Modellbefunde und Seesedimente des internationalen Forscher*innenteams belegen eindrucksvoll, dass die ostafrikanische Landschaft immer wieder zwischen wüstenartigen Bedingungen und einem riesigen See wechselten, wobei zwischen dem Austrocknen und Wiederbefüllen des Sees oftmals nur wenige Jahrzehnte lagen. In den immer wieder auftretenden Feuchtphasen seien zwischen 20 und 30 Prozent mehr Regen im Vergleich zu heute gefallen. „Wer als Kind an einem See aufgewachsen ist und vielleicht dort den Fischfang gelernt hat, war im Erwachsenenalter eventuell mit einem ausgetrockneten See konfrontiert“, ergänzt Fischer. Mehr erfahren...

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