Inhalt

GFZ-1 war der erste in einer Reihe höchst erfolgreicher Satelliten des GFZ. Bild: GFZ

Vor 25 Jahren startete der "Space-Trabi"

Nur ungefähr so groß wie ein Fußball, ohne eigenen Antrieb und ohne Bordelektronik – und doch wissenschaftlicher Rekordhalter sowie Wegbereiter der Satelliten-gestützten Forschung am Deutschen GeoForschungsZentrum: GFZ-1, auch "Space-Trabi" genannt, startete am 19. April 1995 auf seine Umlaufbahn. Er wurde aus der Raumstation "Mir" geworfen.

Am 19. April 2020 jährt sich der "Start" des ersten Satelliten des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ zum 25. Mal. "GFZ-1" wurde auf sehr ungewöhnliche Weise in seine Umlaufbahn gebracht, weswegen das Wort Start in Anführungszeichen steht: Der fußballgroße Minisatellit wurde kurz nach 21 Uhr MESZ (19:12 Uhr Weltzeit) aus einer Luftschleuse der russischen Raumstation "Mir" ausgeworfen. GFZ-1 begründete nicht nur die Satelliten-gestützte Forschung am GFZ, sondern hält auch einen wichtigen wissenschaftlichen Rekord: Er war der niedrigste geodynamische Satellit, der jemals mit Lasern vermessen wurde.

Der passive Satellit (er verfügte über keinen eigenen Antrieb und keine Bordelektronik) hatte 60 Retro-Reflektoren auf seiner Oberfläche. Diese dienten zur Beleuchtung vom Boden durch das globale Netzwerk des Satelliten Laser Ranging (SLR) Systems. Die SLR-Stationen fingen das aus dem All zurückgestrahlte Licht auf und konnten damit ihre exakte Position auf der Erde bestimmen. Aus Messungen von weltweit verteilten Stationen ließen sich wiederum Rückschlüsse auf das Gravitationsfeld der Erde ziehen.

Heute betreibt das GFZ gemeinsam mit der US-amerikanischen Weltraumagentur NASA eine auf das Erdschwerefeld spezialisierte Satellitenmission, die mehrere wissenschaftliche Durchbrüche ermöglichte: GRACE (2002 bis 2017) und GRACE Follow-On (seit 2018). Erstmals konnte der Eismassenverlust der großen Eisschilde auf Grönland und über der Antarktis beziffert werden. Außerdem ermöglicht die Mission, "mittels der Beobachtung von Massenverlagerungen nachzuverfolgen, wie Wasser sich im Untergrund verhält", sagt Reinhard Hüttl, Vorstandsvorsitzender und Wissenschaftlicher Vorstand des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ. "Dieser Bereich war der Weltraum-gestützten Fernerkundung davor nicht zugänglich“, so Hüttl weiter, "und das hat uns neue Möglichkeiten eröffnet, Klimaveränderungen zu beobachten und zu quantifizieren." Mehr erfahren....

Kontextspalte

Kontakt

Deutsche Geologische
Gesellschaft – Geologische
Vereinigung e. V. (DGGV)

Geschäftsstelle Berlin
Rhinstraße 84
12681 Berlin

Ansprechpartnerin:
Frau Lara Müller-Ruhe
Tel. 030-509 640 48
E-Mail senden

www.dggv.de

Erdölförderung im Emsland

Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)