Inhalt

In einem Umkreis von mehr als 2.000 km2 knickte die Tunguska-Explosion Bäume um wie Streichhölzer. Bild Yevgeny Krinov/Vokrug Sveta (gemeinfrei)

Was geschah in Tunguska?

1908 erschütterte eine gigantische Explosion, um ein Vielfaches stärker als die Hiroshima-Bombe, die sibirische Taiga. Auch heute stellt das „Tunguska-Ereignis“ die Forscher vor Rätsel. War es ein Asteroiden-Einschlag, ein Komet oder etwas ganz anderes?
Von Markus Röck

Es war der 30. Juni 1908. An der „Steinigen Tunguska“, einem Fluss in der sibirischen Taiga, war gerade erst ein neuer Morgen angebrochen. Es sollte ein Tag wie jeder anderer werden. Doch plötzlich ein lauter Knall, ein grelles Licht. Kurz darauf eine Druckwelle, die die Temperatur dramatisch ansteigen ließ und reihum Bäume knickte, als wären sie Streichhölzer. In der 65 Kilometer von der Explosionsstelle entfernten Handelssiedlung Wanawara wurden Türen und Fenster eingedrückt. Sogar in mehr als 500 Kilometern Entfernung nahmen Augenzeugen die Explosion noch deutlich wahr – ebenso wie Seismografen auf der ganzen Welt, die die Erschütterung aufzeichneten.

Als „Tunguska-Ereignis“ ging die Explosion in die Geschichte ein. Mit einer vermuteten Sprengkraft zwischen drei und 30 Megatonnen TNT war sie um ein Vielfaches stärker als die Hiroshima-Bombe und verwüstete ein Gebiet mit einer Fläche von mehr als 2.000 km2. Doch was genau war 1908 am Tunguska-Fluss passiert? Diese Frage beschäftigt auch heute noch Wissenschaftler auf der ganzen Welt. So auch den Astrophysiker Prof. Alan Harris. „Die Datenlage ist spärlich und es ist nicht einfach, daraus Schlüsse zu ziehen. Aber es muss etwas sehr Dramatisches passiert sein“, so Harris im Gespräch mit NATIONAL GEOGRAPHIC.

Ein Asteroid?

Seit mehr als 30 Jahren erforscht der Brite Asteroiden. Mitunter berät er auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Asteroidenfragen. Wie viele andere Forscher auch hält er es für denkbar, dass ein eben solcher Himmelskörper die Tunguska-Explosion ausgelöst haben könnte. „Wenn ein solches Objekt mit hoher Geschwindigkeit in die Atmosphäre eintritt, baut das Druck auf“, sagt Harris. Mit dem steigenden Druck erhöhe sich die Temperatur. Gipfeln würde der Eintritt in einer massiven Explosion mit enormen Auswirkungen auf die Erdoberfläche. „Das könnte zu all den Phänomenen führen, die Augenzeugen damals beschrieben haben“, sagt Harris. Mehr erfahren...

Kontextspalte

Kontakt

Deutsche Geologische
Gesellschaft – Geologische
Vereinigung e. V. (DGGV)

Geschäftsstelle Berlin
Rhinstraße 84
12681 Berlin

Ansprechpartnerin:
Frau Lara Müller-Ruhe
Tel. 030-509 640 48
E-Mail senden

www.dggv.de

Erdölförderung im Emsland

Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)