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Luftaufnahme (Copyright CERN)

Was soll mit dem Tunnelausbruch passieren?

Der Lehrstuhl für Subsurface Engineering der Montanuniversität Leoben leitet einen internationalen Wettbewerb zur Verwendung von Ausbruchmaterial aus dem Tunnelbau am Forschungszentrum CERN.

Derzeit wird Ausbruchmaterial aus dem Tunnelbau in EU-Ländern und der Schweiz als „Abfall“ behandelt und muss deponiert werden. Aufgrund der hohen Volumina an „mineralischen Rohstoffen/Abfällen“ aus Infrastruktur-Untertageprojekten und den damit einhergehenden erforderlichen Deponieflächen, werden innovative Maßnahmen erforderlich, um diesbezüglich eine nachhaltige Veränderung einzuleiten.

Forschungsinstitut CERN

CERN, die europäische Organisation für Kernforschung, beabsichtigt für ihre Forschungsaktivitäten einen 100 Kilometer langen Tunnel, den sogenannten FCC – Future Circular Collider – zu errichten. Dieses Gebiet liegt geologisch inmitten der Molasse. Die „Molasse- Sedimente“ erstrecken sich von den französischen Alpen über die Schweiz bis nach Österreich. Vorerkundungen ergaben sechs verschiedene Arten von heterogenen Sedimentgesteinen im Umkreis des Tunnelprojekts FCC. Bisher gibt es keine industrielle Anwendung für Molasse-Sedimente. Im Rahmen des Tunnelprojektes FCC müssten neun Millionen Kubikmeter Gestein deponiert werden. Um neue Wege für die Verwendung von Ausbruchmaterial aus dem Tunnelbau zu schaffen, hat CERN das EU-Projekt FCC-IS gestartet, bei dem der Lehrstuhl für Subsurface Engineering der Montanuniversität Leoben Partner ist.

Ausbruchmatrial sinnoll verwenden

Im Rahmen der Forschungsaufgabe „Mining the Future“ am CERN wird ein internationaler Wettbewerb unter der Leitung von Univ.-Prof. DI Dr. Robert Galler des Lehrstuhls für Subsurface Engineering der Montanuniversität Leoben durchgeführt, der sich mit dem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen aus dem Tunnelbau befasst. „Der Wettbewerb soll dazu beitragen, Innovationen für die Verwendung von Ausbruchmaterialien zu identifizieren. Ziel ist es, zukünftige unterirdische Bauprojekte sowohl ressourcenschonender als auch kosteneffizienter zu gestalten und die europäische Industrie zu stärken“, erläutert Galler.
Der Lehrstuhl für Subsurface Engineering kann auf eine Vielzahl von Forschungsarbeiten im Fachbereich der Geomechanik und des Tunnelbaus, unter anderem auch auf dem Gebiet der Tunnelausbruchverwertung verweisen. Am Lehrstuhl werden dazu im geotechnischen Labor eine Vielzahl von Tests die einerseits für die Tunnelplanung aber andererseits auch für die Verwendung des Materials dienen, durchgeführt.
„Wenn es gelingt, eine Trendwende zur verpflichtenden Verwendung von Tunnelausbruch-material, sofern dies technisch möglich ist, bei zukünftigen Tunnelbauprojekten herbeizuführen, wäre ein wichtiger Schritt erreicht“, meint Galler abschließend. Mehr erfahren...

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Erdölförderung im Emsland

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