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Die Paratethys bildete einst einen See, der von den Alpen bis in das heutige Kasachstan reichte. © Palcu et al. /Scientific Reports, CC-by-sa 4.0

Wie der größte See der Welt verschwand

Forscher rekonstruieren die Entwicklung der urzeitlichen Paratethys

Prähistorischer Mega-See: Vor rund elf Millionen Jahren reichte die Paratethys von den Alpen bis nach Zentralasien – sie war der größte See der Erdgeschichte. Was mit diesem Mega-See geschah und welche Folgen dies hatte, enthüllt nun eine Studie. Demnach durchlebte die Paratethys vier große Austrocknungen, durch die ihre Fläche um zwei Drittel schrumpfte und ganz neue Lebensräume entstanden. Das könnte die Evolution der Landtiere in Eurasien entscheidend beeinflusst haben.

Im Laufe der Erdgeschichte hat die Kontinentaldrift die Erdoberfläche immer wieder verändert –Gebirge türmten sich, Landmassen zerfielen und Meere taten sich auf und verschwanden wieder. So verursachte die Nordwanderung der Afrikanischen Erdplatte nicht nur die Hebung der Alpen, sie engte vor rund zwölf Millionen Jahren auch das Becken des Tethysmeeres so weit ein, dass sein Nordteil, die Paratethys, vom Restozean abgeschnitten wurde.

Vom Meer zum Mega-See

Durch die Trennung der Paratethys vom Ozean sank der Salzgehalt ihres Wassers und es entstand ein riesiger See, der sich vom Ostrand der Alpen bis ins Gebiet des heutigen Kasachstan erstreckte. Die enormen Wasserfläche bedeckte weite Teile des Kaukasusgebiets und Zentralasiens. „Die Paratethys hatte eine Fläche von mehr als 2,8 Millionen Quadratkilometern – etwas größer als das heutige Mittelmeer“, berichten Dan Valentin Palcu von der Universität Utrecht und seine Kollegen.

Das Wasservolumen der Paratethys umfasste mehr als 1,77 Millionen Kubikkilometer – das ist zehnmal mehr bei allen heutigen Binnengewässer zusammen. „Die Paratethys war größer als jeder andere Mega-See in der Erdgeschichte“, so die Forschenden. In diesem See entwickelte sich eine einzigartige Lebenswelt darunter auch nur dort vorkommende Krebsarten, Mollusken und Zwergwale. Doch heute ist die Paratethys bis auf wenige Reste verschwunden. Überbleibsel des einstigen Mega-Sees sind Schwarze Meer, das Kaspische Meer und der Ohridsee auf dem Balkan. Mehr erfahren...

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