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© ANAPHELPS / GETTY IMAGES / ISTOCK (AUSSCHNITT) Artikel: Christiane Gelitz

Wie kalt war die letzte Eiszeit?

Als einst halb Europa von großen Gletschern überzogen war, lagen die Temperaturen auf der Welt um ganze 6 Grad tiefer. In der Arktis waren es sogar 14 Grad weniger – ein Indiz für die besondere Sensibilität der Pole.

Rund 6 Grad Celsius kühler war es vor rund 20 000 Jahren, als auf der Erde die letzte Eiszeit herrschte und Gletscher die Hälfte von Europa, Amerika und Teile Asiens bedeckten. Während wir heute weltweit im Schnitt mit 14 Grad Celsius leben, betrug die Durchschnittstemperatur damals also knapp 8 Grad, so das Ergebnis einer Studie, die gerade in »Nature« veröffentlicht wurde.

»Es mag sich nicht nach einem großen Unterschied anhören, aber es ist tatsächlich eine riesige Veränderung«, sagt Jessica Tierney von der University of Arizona in einer Pressemitteilung. Die Geowissenschaftlerin und ihre Kollegen erstellten Karten für die Temperaturen in verschiedenen Regionen der Welt. Ihre Berechnungen beruhen auf Daten, die sie aus fossilem Plankton gewannen und mit Klimasimulationen kombinierten. Dabei setzten sie Verfahren ein, die auch zur Wettervorhersage verwendet werden – nur dass sie eben auf das Wetter in der Vergangenheit zurückschlossen.

Die Rückwärtsprognosen sollen helfen, auf die Folgen der Erderwärmung zu schließen, unter anderem darauf, wie die Pole auf die sinkenden Temperaturen reagieren. »Klimamodelle sagen vorher, dass die hohen Breitengrade sich schneller erwärmen als die niedrigen Breitengrade«, sagt Tierney weiter. Anders gesagt: Über der Arktis werde es richtig warm. »In der letzten Eiszeit war es umgekehrt«, erklärt sie. »Die Pole sind sensibler für Klimaveränderungen.« Das zeige, wie empfindlich die Temperaturen auf den steigenden atmosphärischen CO2-Gehalt reagieren. Verdopple sich die Menge, steige die Temperatur voraussichtlich um 3,4 Grad Celsius – ein Wert, der auch mit denen aus anderen Klimamodellen übereinstimmt. Mehr erfahren...

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