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Abholzung zur Anpflanzung von Ölpalmen auf einem stark verwittertem Boden in den Tropen. Foto: Oliver van Straaten

Wiederaufforstung kann tropische Böden nur teilweise wiederherstellen

Forschungsteam aus Göttingen und den USA untersucht Untergrund in abgeholzten Waldbereichen

Tropische Waldböden spielen eine entscheidende Rolle dabei, dass lebenswichtige Ökosystemfunktionen bereitgestellt werden. Sie liefern Nährstoffe für Pflanzen, binden Kohlenstoff, regulieren Treibhausgase, speichern, filtern und stellen Wasser bereit und schützen vor Erosion. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Göttingen und der University of Minnesota in den USA haben untersucht, wie sich tropische Böden in ihren Eigenschaften und Ökosystemfunktionen verändern, wenn der Wald abgeholzt wird, und ob eine Wiederaufforstung solche negativen Veränderungen rückgängig machen kann. Die Ergebnisse der Studie sind in der Fachzeitschrift Nature Reviews Earth & Environment erschienen.

 

Für die Analyse sammelte das Team Daten von 130 unterschiedlichen Studien aus 35 tropischen Ländern. Auf Grundlage dieser großen Datenmenge mit mehr als 10.000 Einzelbeobachtungen erarbeiteten sie die bisher umfangreichste Studie dazu, wie sich der Boden durch Entwaldung in den Tropen beeinträchtigt wird und sich nach der Wiederaufforstung erholt. Die Studie zieht daraus wichtige Schlussfolgerungen zur tropischen Landnutzung. „Verschiedene Aspekte der Beeinträchtigung des Bodens nach Entwaldung wie Kohlenstoff- und Nährstoffverluste, Versauerung oder Verdichtung werden seit Jahrzehnten in eigenständigen Studien untersucht. Unsere Analysen fassen diese Studien zusammen und zeigen zum ersten Mal das Ausmaß und die Dynamik“, sagt Erstautor Prof. Dr. Edzo Veldkamp, der die Arbeitsgruppe zur tropische Bodenkunde an der Universität Göttingen leitet.

 

In der Studie zeigt das Team, dass es bei der Veränderung des Bodens auch auf die ursprüngliche Bodenfruchtbarkeit und Bewirtschaftungsintensität ankommt. Dazu Dr. Marife Corre, Letztautorin der Studie: „Unsere Analysen zeigen, dass sich Böden selbst Jahrzehnte nach der Abholzung noch negativ in ihren Eigenschaften verändern. Beispielsweise verlieren Ackerböden, die über 25 Jahre lang nach der Abholzung genutzt wurden, weiter Kohlenstoff in Form von CO2 und verringern weiter ihre Kapazität, Nährstoffe zu halten.“ Co-Autor Dr. Marcus Schmidt ergänzt: „Letztendlich büßt der Oberboden so über die Hälfte und die oft übersehenen tieferen Bodenschichten ein Drittel ihrer ursprünglich enormen Kohlenstoffspeicher ein.“ Mehr erfahren...

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