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Der Ausbruch des Cumbre Viejas © Woife Stoiber

„Wir sind ohnmächtig im Angesicht der Naturgewalt“

Forscher und Studierende der LMU waren auf La Palma vor Ort und haben den Ausbruch des Cumbre Viejas untersucht.

Das Flugzeug ruckelt einige Male, bevor es auf der Piste aufsetzt. Aus den kleinen Fenstern sehen die Passagiere eine riesige Aschesäule. Kurz danach wird der Flughafen auf La Palma geschlossen: Der Ausbruch des Cumbre Viejas ist allgegenwärtig. Das Rollfeld und viele Straßen gleichen einer Aschewüste, ganze Autos verschwinden unter dem schwarzen Staub und je nach Region hört und sieht man die Eruptionen Tag und Nacht. „Jeder Ausbruch ist auch für uns erprobte Vulkanologen ein dramatisches Erlebnis“, erzählt der LMU-Vulkanologe Dr. Corrado Cimarelli, der mit einer Gruppe von Studierenden, seinen Kollegen Dr. Ulrich Küppers und Dr. Thomas Kunzmann eine Exkursion vor Ort führte. Im Interview erzählt er von seiner Forschung und der Atmosphäre, die auf der Insel herrschte.

Herr Cimarelli, Sie kommen gerade von einer Exkursion auf La Palma zurück. Was war Ziel der Exkursion?

Wir planen jedes Jahr eine Exkursion mit unseren Bachelor-Studierenden auf La Palma und Teneriffa. Das ist immer ein Hands-on-Kurs: Wir gehen mit den Studierenden direkt ins Gelände und zeigen ihnen, welche Spuren ein Vulkanausbruch hinterlässt. Vor Ort analysieren sie dann anhand von Ablagerungen, wie die Ausbrüche in der Vergangenheit aussahen und welche Charaktereigenschaften der Vulkan in seinem Ausbruchsverhalten zeigt.

Die Exkursion war ursprünglich für März geplant, musste dann aber aufgrund der Pandemie-Situation auf Oktober verschoben werden. So haben Sie den Ausbruch des Cumbre Viejas direkt mitbekommen. Ein Glücksfall?

Das lässt sich nur mit einem ambivalenten Gefühl beschreiben. Denn für uns und die Studierenden war der Ausbruch großartig, aus Forschersicht. Wir konnten ihnen direkt vor Ort alles zeigen. Ein Vulkanausbruch ist ein wahnsinnig beeindruckendes Ereignis, man hört die Eruptionen, sieht die Aschewolken, die Lava. Das könnten wir den Studierenden nie im Seminarraum zeigen. Gleichzeitig konnten wir Lehre und Forschung vereinen, haben unsere Instrumente mitgenommen und die Vulkanologen vor Ort in ihrer Forschung unterstützt. Mehr erfahren...

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