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Ein Wissenschaftler baut seismische Messinstrumente an einer Modellbrücke auf dem Testgelände der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung auf. © Heiner Igel, LMU

Wissenschaftler entwickeln eine Blackbox für Bauwerke

Gebäude sind vor allem bei Erdbeben starken Schwingungen ausgesetzt. Zur Beurteilung möglicher Schäden werden in dem vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekt GIOTTO intelligente Sensorsysteme entwickelt.

Am Ende der ersten Dekade des neuen Jahrtausends ereigneten sich weltweit gleich mehrere schwere Erdbeben. Vor allem ein Land erlebte 2010 eine beispiellose Katastrophe - der Karibikstaat Haiti. Auf der Insel waren nach einem verheerenden Beben fast 300.000 Menschen ums Leben gekommen, ganze Dörfer und Städte verschwanden von der Landkarte. Von den Folgen hat sich Haiti bis heute nicht erholt.

Das Land musste neben der Vielzahl der Opfer auch großen materielle Schäden beklagen. Die Folgen der Katastrophe lässt sich nach wie vor an unzähligen Häusern und Brücken ablesen. Unklar bleibt oftmals, wie groß die Gefahr eines Einsturzes ist - ein Problem auch in anderen tektonisch aktiven Regionen. Es fehlen Messsysteme, mit denen der Zustand von Gebäuden nach Beben zuverlässig charakterisiert werden kann.

In dieser Frage will ein Wissenschaftlerteam unter Leitung der Ludwig-Maximilians-Universität München einen entscheidenden Schritt vorankommen. Im Rahmen des Projekts GIOTTO, das vom Bundesforschungsministerium innerhalb des Themenschwerpunkts „Frühwarnung vor Naturgefahren“ gefördert wird, soll unter anderem eine auf Sensoren basierende Echtzeitüberwachung für Bauwerke entwickelt werden.

In dem Vorhaben arbeiten Seismologen mit Erdbebeningenieuren und Materialwissenschaftlern zusammen. Ebenso ist das High-Tech-Unternehmen iXblue involviert, welches technische Lösungen unter anderem für autonom operierende Fahrzeuge und Erdbeobachtungssysteme entwickelt. Einen Schwerpunkt der Firma bilden spezielle Sensoren, die Absolutbewegungen erfassen können.

„Diese Zusammenarbeit ist für uns ein Glücksfall“, sagt Prof. Heiner Igel, Projektleiter von GIOTTO. Das Unternehmen stellt dem Projekt gleich 20 der innovativen Sensoren zur Verfügung, die es bislang nur im Format einer Kiste gibt. Die Anforderungen sind hoch: Die Sensoren sollen nicht nur Beschleunigungsbewegungen in drei Richtungen messen, sondern auch die drei Komponenten der Rotationsbewegungen. Mehr erfahren...

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Erdölförderung im Emsland

Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)