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Der Yellowstone-Supervulkan hat früher mehr Super-Eruptionen durchlebt als bislang gedacht. © National Park Service

Yellowstone: Mega-Eruption vor 8,7 Millionen Jahren

Zwei neuentdeckte Ausbrüche verändern Sicht auf Ausbruchsdichte für diesen Hotspot

Geologen haben zwei zuvor unerkannte Großausbrüche des Yellowstone-Supervulkans identifiziert – darunter eine der stärksten je bei einem Supervulkan gemessenen Eruptionen. Die beiden Ausbrüche ereigneten sich vor neun und vor 8,7 Millionen Jahren. Zusammen mit den schon bekannten Super-Eruptionen des Yellowstone legt dies nahe, dass der Supervulkan früher sogar alle 500.000 Jahre explodierte – und damit häufiger als heute, wie die Forscher im Fachmagazin „Geology“ berichten.

Unter dem Yellowstone-Nationalpark im Nordwesten der USA liegt einer der größten Supervulkane der Erde. Der von einem Hotspot gespeiste Vulkan ist in den letzten rund 20 Millionen Jahren mehr als 140 Mal ausgebrochen, darunter waren mehrere Super-Eruptionen, die mehr als 450 Kubikkilometer Lava zutage förderten und den halben Kontinent mit Asche bedeckten. Der letzte große Ausbruch vor rund 630.000 Jahren könnte sogar einen jahrzehntelangen vulkanischen Winter ausgelöst haben.

Zwei Super-Eruptionen mehr

Doch wie groß ist die Gefahr einer erneuten Mega-Eruption? Und wie lang sind die typischen Intervalle zwischen diesen Ereignissen beim Yellowstone? Bisher war dies schwer zu beantworten, weil nur ein Teil der vergangenen Ausbrüche identifiziert sind. „Die Zahl der Super-Eruptionen, die der Hotspot bei seiner Wanderung durch die zentrale Snake-River-Ebene produzierte, ist nicht bekannt“, erklären Thomas Knott von der University of Leicester und seine Kollegen.

Jetzt zeigt sich, dass der Yellowstone im Miozän – dem Zeitalter vor 23 bis 5,3 Millionen Jahren – mindestens zwei Super-Eruptionen mehr durchlebt hat als bislang gedacht. Knott und sein Team entdeckten die vulkanischen Ablagerungen südwestlich der Yellowstone-Caldera an der Grenze zwischen den US-Bundesstaaten Idaho und Nevada.

„Bisher glaubte man, dass diese Ablagerungen von mehreren kleineren Ausbrüchen stammten“, sagt Knott. „Aber wir haben entdeckt, dass es sich in Wahrheit um kolossale Decken vulkanischen Materials aus zwei zuvor unbekannten Super-Eruptionen vor neun und vor 8,7 Millionen Jahren handelt.“

Tausendmal stärker als der Mount St. Helens

Die erste dieser beiden Super-Eruptionen hinterließ eine mehr als 12.000 Quadratkilometer große Schicht vulkanischer Bims- und Aschenströme. Sie bedeckt heute weite Teile des südlichen Idaho und ist stellenweise fast hundert Meter dick, wie die Forscher berichten. Daraus schließen sie, dass der Supervulkan-Ausbruch vor neun Millionen Jahren mehr als 1.700 Kubikkilometer vulkanisches Material ausschleuderte. Mehr erfahren...

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