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Der Kongo macht den Südostatlantik produktiv

By 14. Februar 2020Juli 6th, 2022No Comments

Studie weist überraschend starke Eisendüngung des Ozeans nach

Eisen ist ein wichtiger Nährstoff für Phytoplankton. Wo die Konzentrationen des Spurenmetalls im Ozean sehr niedrig sind, ist die biologische Produktion stark eingeschränkt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel sowie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel konnten jetzt zeigen, dass der Kongo eine wichtige Eisenquelle für den Südostatlantik darstellt. Wie sie in der internationalen Fachzeitschrift Nature Communications schreiben, steht er damit im Gegensatz zu anderen großen Flüssen wie dem Amazonas.

Gemessen an der Abflussmenge ist der Kongo der zweitgrößte Fluss der Erde. Er transportiert große Mengen an Süßwasser und Sedimenten aus dem Inneren Afrikas in den südöstlichen Atlantik. Seine Lage und die geopolitischen Spannungen in Südwestafrika haben detaillierte Studien über die Auswirkungen des Kongoflusses auf den Ozean lange verhindert. Während einer Expedition mit dem deutschen Forschungsschiff METEOR im Jahr 2015, die im Rahmen des internationalen GEOTRACES-Programms durchgeführt wurde, hat ein internationales Forscherteam unter Leitung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel erstmals umfangreiche Untersuchungen dazu durchgeführt.

Wie das Team jetzt in der internationalen Fachzeitschrift Nature Communications veröffentliche, ergaben die Auswertungen der Proben und Daten, dass der Kongo dem Atlantik deutlich mehr Eisen zuführt als andere große Flüsse. „Das ist wichtig für das Verständnis zahlreicher Prozesse im Ozean. Eisen ist ein wesentliches Element für das Wachstum von Phytoplankton. Damit spielt es eine entscheidende Rolle bei der Regulierung der Produktivität im Meer und hat letztendlich Einfluss auf die Fischbestände und die Kohlenstoffaufnahme“, sagt der Biogeochemiker Prof. Dr. Eric Achterberg vom GEOMAR, Co-Autor der Studie.

Flüsse sind generell wichtige Quellen für gelöste und partikelförmige Stoffe in den Ozeanen. Aber von den im Flusswasser gelösten Spurenmetallen erreicht meist nur ein Bruchteil das offene Meer. Bei vielen großen Flüssen fallen bis zu 99 Prozent der Metalle wie Eisen aus, während sie durch Flussmündungen und Küstengewässer fließen.

Um die Ausbreitung des Eisens aus dem Kongo im Atlantik verfolgen zu können, nutzte das Team vom GEOMAR und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) Radium-Isotope (228Ra und 224Ra) als Marker. „Dies war das erste Mal, dass Radium-Isotope zur Bestimmung der Eisenflüsse aus einer Flussfahne verwendet wurden“, erklärt die Doktorandin Lucia Vieira, Erstautorin der jetzt erschienenen Studie. Mehr erfahren…