Rund um die Balkanhalbinsel versinkt die afrikanische Platte unter der europäischen Platte. Ein Stück tief versenkte afrikanische Kruste kam vor 40 Millionen Jahren weit entfernt von der Versenkungszone wieder an die Oberfläche. Wie dieses Phänomen der sogenannten vertikalen Extrusion erklärt werden kann und ob der Gebirgszug der Rhodopen in Südbulgarien so entstand, ist wissenschaftlich umstritten. Dr. Iskander Muldashev und Prof. Thorsten Nagel von der TU Bergakademie Freiberg zeigen nun in einer aktuellen Publikation in der Fachzeitschrift Geology, wie dieser Prozess funktioniert. Die Bildung der Rhodopen ist demnach erst 40 Millionen Jahre her – der Gebirgszug ist damit 30-50 Millionen Jahre jünger als bisher angenommen.
Ist das die Lösung eines geologischen Rätsels? Riesige Stücke afrikanischer Kruste tauchen tief in die Erde ein und steigen dann wie ein Aufzug senkrecht wieder nach oben – trotz enormer Druckkräfte in der darüberliegenden europäischen Platte. „Unsere Computermodelle zur Entstehung der Rhodopen erklären den tektonischen Prozess dieser sogenannten vertikalen Extrusion. Die Modellierungen zeigen, wie der Gebirgszug der Rhodopen erst vor 40 Millionen Jahren durch den Aufstieg von Gesteinen der afrikanischen Platte entstand, statt wie bisher angenommen vor zirka 80 Millionen Jahren“, sagt Erstautor Dr. Iskander Muldashev. Mehr erfahren…
