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Der Ozean nimmt über 90 Prozent der zusäzlichen Wärmeenergie aus der Atmosphäre auf. Eine neue Berechnung zeigt, dass die Menge der Wärmeenergie in den vergangenen 25 Jahren größer war als bisher weitgehend angenommen. Foto: Jan Steffen/GEOMAR (CC BY 4.0

1,5 Grad Globale Erwärmung: Schaffen wir das?

Wie GEOMAR Forscher den IPCC-Sonderbericht bewerten

Der Klimawandel schreitet voran: ein Temperaturrekord jagt den nächsten, das arktische Meereis geht dramatisch zurück, fast alle Gletscher sind auf dem Rückzug und die Meeresspiegel steigen. Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen ist es, global betrachtet, bereits ein Grad wärmer geworden. Den größten Anteil daran haben menschliche Aktivitäten: Die Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Erdgas treiben den Gehalt von Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre kontinuierlich in die Höhe. Die Produktion bestimmter Nahrungsmittel, unter anderem von Fleisch, lässt die Methanemissionen steigen. Die zunehmende Entwaldung stellt ebenfalls eine CO2-Quelle dar und senkt darüber hinaus die zukünftige Aufnahme von Kohlendioxid. All dies treibt die Fieberkurve unseres Planeten in die Höhe, wobei über 90 Prozent der durch den Anstieg der Treibhausgase im Klimasystem zurückgehaltenen Wärme von den Ozeanen aufgenommen wurde.

Schon seit vielen Jahren warnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor einem weiteren Temperaturanstieg mit unübersehbaren Folgen, wenn es nicht gelingt, die Treibhausgasemissionen in den kommenden Jahrzehnten drastisch zu verringern. Jenseits von einer globalen Erwärmung von 1,5 bis 2 Grad Celsius erwarten die Forschenden zum Teil irreversible Änderungen wie das vollständige Abschmelzen des Grönlandeises mit einem Meeresspiegelanstieg von 7 Metern. Aber ist es überhaupt noch möglich, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen, wie 2015 im Pariser Klimaabkommen vereinbart? Und wenn ja, welche Maßnahmen wären notwendig, um das Ziel zu erreichen?

Der Sonderbericht „1.5 Grad Globale Erwärmung“ des Weltklimarats (IPCC), der Anfang Oktober veröffentlicht wurde, greift diese Frage auf. Das Ergebnis: eine sehr rasche und sehr deutliche Senkung der Treibhausgasemissionen ist notwendig, um das Ziel noch zu erreichen. Sehr wahrscheinlich ist dies aber nur noch mit Hilfe von negativen Emissionen möglich. Hierbei handelt es sich um Maßnahmen, die aktiv Kohlendioxid aus der Atmosphäre entfernen. Diese werden häufig unter dem Stichwort „Climate Engineering“ zusammengefasst. Am GEOMAR beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Oschlies mit der Bewertung solcher Methoden. Im Rahmen des von ihm koordinierten bundesweiten DFG Schwerpunktprogramms „Climate Engineering – Risiken, Herausforderungen, Möglichkeiten?“ bewerten die Forschenden das Potential und mögliche Nebenwirkungen derartiger Techniken. Mehr erfahren...

Quelle: GEOMAR NEWS

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