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Geotope of the month April 2021

„Backofenfelsen“ in Freital-Hainsberg

Description:

Die etwa 50 m hohe Felswand des Backofenfelsens ist der größte Übertageaufschluss des Rotliegend-Beckens um Freital.
Es sind zugleich die geologisch jüngsten Schichten des Sedimentationsraumes der Hainsberg-Quohrener Nebenmulde (REICHEL 1970). Sie werden als Bannewitz-Hainsberger Schichten bezeichnet und beginnen im Liegenden mit rotbraunen, grobkörnigen Arkosesandsteinen. Nach oben schließt, jedoch nur temporär aufgeschlossen, ein feinklastischer Tuff mit Pisolith-Lagen an.
Fast die gesamte Höhe der Felswand besteht schließlich aus horizontal liegenden, ungeregelten Konglomeraten mit mittel- bis grobkörnigen rotbraunen Arkosesandsteinen und Schiefertonen als Bindemittel. Diese werden lokal bis zu einem Meter mächtig. Hauptanteil am Geröllbestand hat der Rhyolith des Tharandter Waldes (NEUMANN 1961).
Durch Auswitterung weniger widerstandsfähiger Partien entlang eines Horizontes von Schiefertonen entstanden die charakteristischen Hohlformen in der Steilwand, die im Volksmund „Backofenfelsen" genannt wird (BEEGER & QUELLMALZ, 1994).
Vom Aussichtspunkt oberhalb des Felsens, erreichbar über den Förster-Claus-Weg, kann man einen einzigartigen Blick in das Tal der Vereinigten Weißeritz genießen.
Einer Sage nach gelang einem Hirsch durch einen Sprung von dieser Stelle die Flucht vor einem ihn jagenden Ritter zu Pferd. Während der Hirsch im tieferen Wasser landete und den Sprung überlebte, stürzten Ross und Reiter die Felswand hinab in ihren sicheren Tod.
Heute ist der Backofenfelsen ein wertvolles Geotop im GEOPARK Sachsens Mitte. Er ist als geologisches Naturdenkmal ausgewiesen und liegt im Naturschutzgebiet „Weißeritztalhänge“.

Quelle: GEOPARK Sachsens Mitte e.V.

Weiterführende Literatur:

Beeger, D. & Quellmalz, W. (1994): Dresden und Umgebung. - Sammlung geologischer Führer, Bd. 87, 205 S., Gebrüder Bornträger; Berlin, Stuttgart.

Neumann, C. F. (1961): Die Geröllführung der Konglomerathorizonte des Rotliegenden in SE-Teil des Döhlener Beckens. – Diplomarbeit, Geol. Inst. Bergakademie Freiberg (unveröff.)

Reichel, W. (1970): Stratigraphie, Paläogeographie und Tektonik des Döhlener Beckens bei Dresden. – Abh. Staatl. Mus. Mineral. Geol. Dresden 17: 1-133; Leipzig.

Sebastian, U. (2001): Mittelsachsen: geologische Exkursionen. – Gotha; Stuttgart: Klett-Perthes, 2001, ISBN 3-623-00640-8.

 

Foto: Backofenfelsen

Bildunterschrift: Die charakteristischen „Backöfen“ in der Felswand, Foto: Gerold Pöhler

Federalstate:
Sachsen

District:
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Place:
Freital

Coordinates:
50.982735/13.626630

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