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Zusammenfassung

Im April 2025 erlebte die Marmara-Verwerfung unterhalb des Marmarameeres im Nordwesten der Türkei vor Istanbul ihr stärkstes Erdbeben seit über 60 Jahren. In einer neuen Studie, die jetzt im Fachmagazin Science veröffentlicht wurde, analysiert ein Forschungsteam unter Leitung von Prof. Dr. Patricia Martínez-Garzón vom GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung in Potsdam fast zwei Jahrzehnte seismischer Daten rund um das Erdbeben der Stärke M 6,2 vom 23. April 2025. Die Analyse der Bruchdynamik und der Nachbebenmuster auf mehreren zeitlichen Skalen zeigt im Verlauf der letzten ~15 Jahre eine bemerkenswerte Abfolge von Beben der Stärke M>5 entlang der Verwerfung, die sich nach Osten ausbreiten und bisher allesamt auf partiell kriechenden Bereichen der tektonischen Störungszone aufgetreten sind. Weiter östlich, unmittelbar vor den Toren Istanbuls, befindet sich allerdings der komplett verhakte Abschnitt der Marmara-Verwerfung. Dieser hat große Mengen Energie gespeichert und kann somit ein erheblich stärkeres Beben auslösen, mit entsprechend verheerenden Folgen für die 18-Millionen-Einwohner-Metropole. Daher betont die Studie die Notwendigkeit für eine weiter verbesserte kontinuierliche Echtzeitüberwachung dieser Region. Mehr erfahren…