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Geotop des Monats März 2021

Rote Porphyrwand unterhalb der Burg Mildenstein

Beschreibung:

Hoch über der Freiberger Mulde thront auf einem Bergsporn in Leisnig die Burg Mildenstein. Sie wurde bereits im 10. Jahrhundert errichtet und 1158 durch Kaiser Barbarossa zur Reichsburg erhoben. Burg Mildenstein gehört damit zu den ältesten Wehrbauten in Sachsen.

Der Bergsporn besteht aus Leisniger Porphyr. In vorindustrieller Zeit wurde das Gestein als lokaler Baustoff gewonnen, so beispielsweise zur Errichtung der Burg selbst.

Die Rote Porphyrwand in Leisnig ist ein eindrucksvolles Zeugnis des Rotliegend-Supervulkanismus im heutigen Gebiet des Geoparks Porphyrland. Beginnend mit einer wenig explosiven Phase, setzte vor etwa 294 Millionen Jahren der durch die Bildung mehrerer Calderen gekennzeichnete, wiederkehrend hochexplosive und voluminöse Vulkanismus ein. In der Zeit dieses Supervulkanismus entstand auch der Leisniger Porphyr.

Innerhalb der Verbreitung des Leisniger Porphyrs konnten bisher bis zu vier Gesteinsvarietäten – Porphyre mit teils unterschiedlicher Mineralzusammensetzung und damit variierender Farbe und Gesteinsstruktur – gefunden werden. Es dominieren vulkanische Gesteine, die aufgrund ihres Erscheinungsbildes als sogenannte porphyritische Quarzporphyre zusammengefasst werden. Diese sind auch am reichlich zehn Meter hohen Aufschluss der Roten Porphyrwand unterhalb der Burg Mildenstein zu sehen.

Der Porphyr zeigt hier ein etwa horizontal verlaufendes Fließgefüge des einstigen Magmas, das durch die unterschiedlich herausgewitterte Oberfläche gut erkennbar ist. An einigen Stellen sind sogar Faltenstrukturen zu finden. Möglicherweise handelt es sich bei dem Gestein des Leisniger Porphyrs jedoch nicht, wie bisher angenommen, um mehrere Lavaergüsse, sondern um Magma, das beim Aufstieg in das Umgebungsgestein unterhalb der Erdoberfläche eindrang, dort erkaltete und erstarrte. Und erst nach einer tiefreichenden Erosion – zuletzt durch den quartären Einschnitt der Mulde - wurde es freigelegt. Die Untersuchungen und Forschungen zur Genese des Leisniger Porphyrs dauern noch an.

Quellenangabe (Autor des Textbeitrages)

Dipl.-Geol. Marion Geißler & Dr. Jochen Rascher, Freiberg

 

Weiterführende Literatur:

•  Anger, H., Geißler, M., Heidenfelder, W., Henkel, T., Walter, H. & Wittwer, S. (2019): Bus-/Bahnexkursion in der Mügelner Senke: Eine Berg- und Talfahrt zwischen rotem Porphyr und „weißem Gold“ Kaolin. – In: Wittwer, S., Heß, V. & Rascher, J. (Hrsg): Sachsens Rohstoff Kaolin: Innovation Keramik von Böttger bis heute. –Exkurs.f. und Veröfftl. DGG, 263: S. 115-124, 12 Abb.; Berlin.

•  Breitkreuz, C. (2016): Die Vulkanite und Subvulkanite im Geopark Porphyrland: Ein spätpaläozoischer Supervulkankomplex! – In: Heß, V., Rascher, J. & Zellmer, H. (Hrsg.): GeoTop 2016 – Kultur.Wert.Stein. Verantwortung und Chancen für Geoparks, Nimbschen/Grimma, 28. April – 01. Mai 2016. – Schriftenreihe der DGG, 88: 67-72.; Hannover.

•  Geotope. Einblicke in die Erdgeschichte (2019): Nationaler Geopark Porphyrland. Steinreich in Sachsen; Grimma

•  Hübner, M., Repstock, A., Rommel, A., Fischer, F., Lapp, M., Breitkreuz, Ch., Heuer, F. (2020): Der Rochlitzer Supervulkan. Vulkanosedimentäre Faziesanalyse und Geochemie des permischen Rochlitz-Ignimbrit-Komplexes und seiner distalen Äquivalente. - Schriftenreihe des LfULG, Heft 9/2020, 57 S.; - Dresden (Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie).

Bildunterschrift:

Rote Porphyrwand unterhalb der Burg Mildenstein in Leisnig. Foto: Mirko Jörg Kellner

URL:

•   https://www.geopark-porphyrland.de/geotop/rote-porphyrwand-an-der-burg-mildenstein-bei-leisnig/    

•   www.leisnig.de

 

Bundesland:
Sachsen

Landkreis:
Mittelsachsen

Ort:
Leisnig

Koordinaten:
51.163602/12.9229663,384

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