Ein Juwel im ewigen Dunkel am Rande des Sauerlandes – Bildvortrag von Andreas Schudelski
Im Düstertal bei Bleiwäsche liegt der Großsteinbruch der Mitteldeutschen Hartstein-Industrie GmbH,
die dort den hell- bis dunkelgrauen, sehr reinen Kalkstein abbaut und verarbeitet. Die Briloner
Hochfläche, eine Karstregion, ist im Landschaftsbild durch Trockentäler und Dolinen gekennzeichnet.
Infolge der Verkarstung entstanden u. a. auch Höhlen. Durch die Steinbrucharbeiten wurden Briloner
Höhlenforscher 1987 auf das Höhlensystem Kreiselhalle-Malachitdom aufmerksam und riefen eines der
größten deutschen Höhlen-Forschungsprojekte ins Leben. Die Zentralhalle des Malachitdoms dürfte
von ihren Ausmaßen her der größte bekannte freitragende Höhlenraum in Nordrhein-Westfalen sein.
Die Höhle entstand im Wesentlichen in der Tertiär-Zeit.
Die Benennung des Malachitdoms geht auf die in der Höhle vorhandenen Mineralien, u. a. Malachit und
Azurit, zurück. Unter dem Einfluss der Vererzung entstanden grün- und hellblau gefärbte Tropfsteine,
die in Deutschland ebenso einzigartig sind wie die vielfältigen Sinterformen. Während des Tertiärs und
Pleistozäns floss das an der Oberfläche heranströmende Wasser in den Malachitdom. Durch den
sogenannten Kreisel, einen Deckenschlot in der Kreiselhalle, wurden zahlreiche Überreste eiszeitlicher
Säugetiere in die Höhle gespült. Heute versinken die Bäche bereits im Ort von Bleiwäsche.
Der Bildvortrag von Andreas Schudelski vermittelt einen spannenden Einblick in das Höhlensystem
Kreiselhalle-Malachitdom im Steinbruch Düstertal bei Bad Wünnenberg-Bleiwäsche. Die Tropfstein-
höhle ist nicht nur eine echte Schönheit, sondern auch von hohem wissenschaftlichem Wert.
*Anmeldung erforderlich (Tickets erhältlich unter www.wewelsburg.de). Der Eintritt ist frei.