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Geotop des Monats Juli 2026

Der Götzenbusch – Vom verwitterten Grundgebirge zum Kreidemeer


Die Felsengruppe des Götzenbusches stellt den Rest eines intensiven Steinbruchbetriebes in Kreidesandsteinen und -konglomeraten dar. Das Geotop steht seit dem 23.08.1958 als Flächennaturdenkmal unter Schutz.

Das Liegende des Geotops wird durch Erzgebirgsgneise gebildet. Am Aufschluss selbst ist die kristalline, präcenoman verwitterte Unterlage der Kreidesedimente aufgeschlossen. Der Freiberger Gneis zeigt eine intensive Rotverwitterung der tieferen Partien (Hämatitbildung), ein Hinweis auf ein subtropisches Klima. In den oberen Partien ist er hingegen vollständig gebleicht und kaolinisiert, möglicherweise schon unter Einfluss des transgredierenden Kreidemeeres (PIETZSCH,1913; FIEDLER U.A. 1994, VOIGT 1995, 2000).

Die hangenden darüber lagernden Sandsteine, relativ bindemittelarm und aufgrund der geringen Festigkeit als Bausand abgebaut, sind von wechselnder Korngröße und führen Konglomeratbänke mit Quarz-, Rhyolith- und Gneisgeröllen. Das 20 Zentimeter dünne Transgressionskonglomerat besteht aus gut gerundeten Milchquarz-Geröllen. Es folgen für 2 Meter Grobsandsteine und Konglomerate mit Beulenschichtung, die flachmarin oberhalb der Wellenbasis, vermutlich während Sturm-Ereignissen, abgelagert wurden. Gut gerundete Quarz-Gerölle erreichen Größen bis 7 Zentimetern im Durchmesser. Auf einer Höhe von 3,20 Meter befindet sich eine weiche mittelsandige Lage, aus der viele inoceramide Muscheln geborgen wurden (HÄNTZSCHEL 1933). Die oberen 3,30 Meter bestehen aus kompakten, Geröll-führenden Grobsandsteinen und Feinkonglomeraten.

Der Name Götzenbusch (oder Götzenbüschchen) weist auf eine alte Kultstätte hin, an der in vorchristlicher, slawischer Zeit mutmaßlich heidnische Götzen verehrt wurden.

 

Quellenangabe (Autor des Textbeitrages): Dr. Frank Haubrich (GEOPARK Sachsens Mitte e.V.)

Weiterführende Literatur:

HÄNTZSCHEL, W. (1933): Das Cenoman und die Plenus-Zone der sudetischen Kreide –Abhandlungen der Preußischen Geologischen Landesanstalt, Neue Folge (Akademie-Verlag) Berlin 150: 1–158.

FIEDLER, H-J., HOFMANN, W., LINNEMANN, U.G., NEBE, W., THALHEIM, K. (1994): Bodenbildungen in periglazialen Deckschichten unter besonderer Berücksichtigung der präquartären Verwitterungssubstrate. 13. Tagung des Arbeitskreises Paläopedologie der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft, 12.-14. Mai in Tharandt. Jena 1994.

JANETSCHKE, N. & WILMSEN, M. (2014): Sequence stratigraphy of the lower Upper Cenomanian Elbtal Group (Cenomanian–Turonian of Saxony, Germany) – Z. Dt. Ges. Geowiss., 165: 179–308.

PIETZSCH, K. (1913): Verwitterungserscheinungen der Auflagerungsfläche des sächsischen Cenomans. Zeitschrift der deutschen Geologischen Gesellschaft (Wilhelm Hertz) Berlin 65 (=1913): 594-602.

VOIGT, T. (1995): Faziesentwicklung und Ablagerungssequenzen am Rand eines Epikontinentalmeeres – Die Sedimentationsgeschichte der Sächsischen Kreide. – Dissertation, Fakultät für Geowissenschaften, Geotechnik und Bergbau, TU Bergakademie Freiberg, 137 S.; Freiberg.

VOIGT, T. (2000): Schriften des staatlichen Museums für Mineralogie und Geologie zu Dresden. Nr. 11-2000. Internationales Hanns Bruno Geinitz Symposium: Abstracts and Excursion Guide; Dresden 2000.

 

Bild/Quellenangabe:

Der Götzenbusch bei Oelsa, Foto: Susann Poburski, GEOPARK Sachsens Mitte e.V.

Details

Bundesland
Sachsen
Landkreis
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Ort
Rabenau OT Oelsa