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Geotop des Monats September 2026

Der Hohe Dörnberg und die Helfensteine


Der landschaftsprägende Vulkanismus der Niederhessischen Senke hat ein Alter zwischen 20 und 7 Mio. Jahren (Miozän, Aktivitäts-Max. 15-11 Mio. Jahre). Er steht in indirektem Zusammenhang mit der alpidischen Gebirgsbildung, deren nord-vergente Plattenbewegungen Wegsamkeiten für basische/ultrabasische Schmelzen aus dem oberen Erdmantel schufen. Geographisch lassen sich zwei Zentren vulkanischer Aktivität fassen, der Habichtswald inkl. Hoher Dörnberg und der Knüllwald.

Die unbewaldete Basaltkuppe des ca. 587m Hohen Dörnbergs ist ein phantastischer Aussichtspunkt auf die Höhenzüge der umliegenden Mittelgebirge, wie z.B. den Reinhards- und den Kaufunger Wald, den Hohen Meißner sowie den Kellerwald.

Die meisten Vulkanbauten in der Niederhessischen Senke sind monogenetisch, d.h. sie entstanden während nur eines einzigen Ausbruchs. Die vorherrschenden Vulkantypen sind Schlackenkegel (Helfensteine, Bilstein, Weidelsberg) und Maare (Ofenberg, Isthaberg, Hundsberg). Maare entstehen, wenn Magma bei seinem Aufstieg an die Oberfläche mit (Grund-)Wasser in Kontakt kommt. Dabei kommt es zu gewaltigen Wasserdampf-Explosionen, sog. phreatomagmatischen Explosionen, die einen Explosionskrater aussprengen. Bei den Maareruptionen wurden große Mengen von Basalttuffen gefördert.

Die Schlotfüllungen, endogene Dome, subvulkanische Intrusionen und geförderten basaltischen Laven zeigen sehr häufig säulige Abkühlungsklüfte, umgangssprachlich als „Basaltsäulen“ bezeichnet, die sich senkrecht zur Abkühlungsfläche bilden.


Abkühlungsflächen in Fächerstellung an den Helfensteinen am Hohen Dörnberg, die als endogenen Dom interpretiert werden („Helfensteine-Detail“, Foto: Dr. Thomas Pawellek).


Blick von den Helfensteinen Richtung SE auf das Dörnberg Plateau („Dörnberg“, Foto: Dr. Thomas Weihe).

 

Nach Erlöschen des Vulkanismus wurden die Vulkanbauten tief erodiert und die heutigen Vulkanrelikte erlauben Einblicke in die Wurzeln und Förderschlote der Vulkane.

 

Weiterführende Literatur:

Kunz, R. (1992): Geologie des Wolfhager Landes. – 100 S., Regionalmuseum Wolfhagen, Wolfhagen.

Kunz. R. (2010): Zwischen Saurierspuren und Feuerbergen – Zur Geologie des Habichtswaldes und seiner Umgebung. – In: Warneke, T.E. [Hrsg.]: Lebensraum Habichtswald: 10-25, 23 Abb.; Kassel.

Kunz, R., & Pawellek, T. (2026): Zwischen Saurierspuren und Feuerbergen. Geopark Region Wolfhager Land. – 82. S, Korbach.

Pawellek, T, & Kunz, R. (2025): Im Reich der Mineralien. – Der Geopark GrenzWelten und seine Schätze. – 64. S., Korbach.

Pawellek, T. (2025): Wanderungen in die Erdgeschichte 45, der Geopark GrenzWelten östlicher Teil: Verlag Dr. Friedrich Pfeil, 320 S., 85232 Bergkirchen.

Schraft, A. (2021): Felsbastionen rund um den Hohen Dörnberg (Habichtswald) LK Kassel – In: Geotouren in Hessen; Geologische Streifzüge durch die schönsten Regionen Hessens, Bd.4, HALNUG, Hrsg.: S. 924-942, Wiesbaden.

 

Details

Bundesland
Hessen
Landkreis
Kassel
Ort
Zierenberg