Skip to main content

Geotop des Monats März 2026

Der jüngste Maarvulkan Mitteleuropas – das Ulmener Maar


Vor rund 10.900 Jahren entstand mit dem bisher letzten Vulkanausbruchs Mitteleuropas das Ulmener Maar. Am Maarkraterrand finden sich dabei die am besten aufgeschlossenen Maarablagerungen der Eifel, wodurch das Maar stellvertretend für die Maarlandschaft der Vulkaneifel zu den 100 bedeutendsten Geoerbestätten weltweit gehört. Pflanzenreste an der Basis der Ulmener Maar-Tephra zeigen dabei auf, dass sich der Ausbruch in einer warmen Periode des Spät- oder Postglazial ereignet haben muss. Ein bis zu 20 Meter mächtiger Wall aus verschiedenen Korngrößen umgeben den Trichter. Die Mächtigkeit reichen von 15 Meter am Kraterrand bis zu 0,2 Millimeter im rund 20 Kilometer entfernten Meerfelder Maar. Die aufgeschlossenen rund 8 Meter mächtigen Ablagerungen können auf etwa 65 Metern entlang einer Straße in Ulmen aus nächster Nähe betrachtet werden.

Vom Ulmener Maar aus gelangt man durch den Ulmener Maar Stollen vom jüngeren Ulmener Maar zum älteren Jungfernweiher-Maar, welches vor über 130.000 Jahren entstand. Der 124 Meter lange und zwischen 1,5 bis 4 Metern hohe Ulmener Maar-Stollen bietet den Besuchern dabei einen direkten Einblick in die Erdgeschichte und ist zusätzlich so gesichert, dass er ohne Schutzausrüstung begangen werden kann. Im und am Ulmener Maar-Stollen selbst stehen immer wieder verschiedenen Infotafeln zur Verfügung, welche direkte Informationen zu dem anstehenden Gestein liefern.

Das Natur- und Wasserschutzgebiet Ulmener Maar bietet einen atemberaubenden Blick auf die Stadt Ulmen und die mittelalterliche Burgruine. Seit 1926 bezieht der Landkreis Cochem-Zell rund 700.000 Kubikmeter Wasser aus der Umgebung des Ulmener Maares und versorgt damit rund 30.000 Einwohner mit Trinkwasser.

 

Quellenangabe (Autor des Textbeitrages)

Sabrina Poétes und Sabine Kummer (Natur- und Geopark Vulkaneifel)

Weiterführende Literatur (falls vorhanden):

ZOLITSCHKA, B.; NEGENDANK, J.; LOTTERMOSER, B. (1995): Sedimentological proof and dating of the early Holocene volcanic eruption of Ulmener Maar (Vulkaneifel, Germany). Geologische Rundschau, 84, pp. 213-219.

ZOLITSCHKA, B.; BRAUER, A.; HAVERKAMP, B.; HEINZ, T.; NEGENDANK, J.; POTH, D. (1991): Sedimentologischer Nachweis und Datierung einer frühholozänen Maareruption (Ulmener Maar?) in der Vulkaneifel. –In: ZOLITSCHKA, B.; NEGENDANK, J.(Hrsg.): Paleolimnology of maar lakes. Abstracts & Excursion Guide, 63.

Büchel, G. (1993): Maars of the Westeifel, Germany. – In: Negendank, J. F. W. & Zolitschka, B. (Hrsg.): Paleolimnology of European maar lakes. – Lecture Notes Earth Sci., 49: 1–13; Berlin – Heidelberg – New York (Springer).

 Foto: Blick auf den jüngsten Vulkan Mitteleuropas, das Ulmener Maar mit der Stadt Ulmen © Natur- und Geopark Vulkaneifel, Kappest

URL: https://www.geopark-vulkaneifel.de/eifel/landschaft/maare-und-kraterseen/ulmener-maar.html

 

 

 

 

Details

Bundesland
Rheinland-Pfalz
Landkreis
Cochem-Zell
Ort
Ulmen