Streuberg
Der Streuberg ist ein Geotop im Zentrum der Gemeinde Bergen (484 ü. N. N.). Das Geotop trägt ist unter der 1048 im Sächsischen Geotopkataster verzeichnet. Der Steinbruch wird Zurzeit teilverfüllt.
Geologie
Auflässiger Granit-Steinbruch mit Zweiglimmergranit vom Typ Bergen auf mehreren Sohlen, er weist verschiedenen Formen der Granitverwitterung (Vergrusung, Wollsackverwitterung) auf. Im SW-Bereich des Steinbruches ist auf den oberen Sohlen der Kontakt zwischen Granit und Schiefer aufgeschlossen.
Der Bergener Granit stellt eine relativ flache Intrusion in den obersten Teilen der kontinentalen Erdkruste dar. Das Quarzbarometer berechnet circa 1.5 kbar, was einer Intrusionstiefe von etwa 5 km entspricht. Thermobarometer erfassen die Bildungstemperaturen und -drucke bei den eine bestimmte Mineralphase aus der Schmelze kristallisiert. Somit kann ein Magmensystem mittels chemischer Analysen am Gesamtgestein und an den verschiedenen Mineralphasen rekonstruiert werden. Der Bergener Granit intrudierte ca. zwischen 318 und 320 Mio. Jahren in das variszische Grundgebirge (Phyllite).
Geschichte
Die Grube von Hermann Schultheß ging 1936 am oberen Teil des Streuberges in Betrieb. Der Abbau erfolgte überwiegend manuell. In einem Brecherwerk am Grubenrand erfolgte die Produktion von Granit in verschiedenen Körnungen. Am Anfang der 1960er Jahre wurde der Privatbetrieb in eine KG überführt. 1972 übernahm die VEB Hartsteinwerke Oelsnitz den Betrieb. Der Betrieb errichtete einen neuen Zugang zum Steinbruch und baute eine neue Brecheranlage mit Verladebunker. In den Folgejahren entwickelte sich der Abbau terrassenförmig in tiefere Bereiche. Gegenwärtig ist der Abbau eingestellt.
Am 10. Januar 1949 begannen die Erkundungsarbeiten der SAG Wismut in Bergen. Einer der
drei Erkundungen fand im Bereich der Sandgrube statt. Im Gebiet des Streuberges und im
Waldgebiet Richtung Neumühle-Theuma wurden die ersten Schürfgräben angelegt. Die ehemalige Uran-Lagerstätte Bergen liegt südwestlich der Ortslage Bergen. Das Grubenfeld umfasst ca. 2 qkm. Die Ausrichtung der Uran-Lagerstätte Bergen unterhalb der 450m-Sohle begann im September 1949 mit dem Teufen des Schachtes Nr. 254. Im April 1957 erfolgte mit der Auffahrung des Querschlages Nr. 293 aus dem Grubenfeld Zobes im Gegenortbetrieb die einzige untertägige Verbindung der Uran-Bergwerke Zobes und Bergen. Die selbständige Verwaltung des Bergener Wismut-Schachtes 254 wurde 1957 aufgelöst und der Verwaltung des Schachtes 362 Zobes angegliedert. Die Uranerz-Gänge im Revier Bergen sind im Granit von Bergen ausgebildet und eine Ausnahme in der Uran-Provinz Erzgebirge-Vogtland. Die Uran-Mineralisation ist vorwiegend an die spätvariszische Uran-Quarz-Calcit-Mineralassoziation gebunden und besteht aus Uran-Pechblende und Uran-Glimmer.
Typuslokalität
Der Steinbruch am Streuberg gilt als Typuslokalität für das Uran-Mineral Uranocircit. Beschrieben und benannt wurde das Mineral durch den Freibergern Mineralogen Albin Wiesbach (1877). Da das Mineral stark radioaktiv ist, findet sich im ersten Teil des Mineralienname auch der Anklang auf „Uran“. Der zweite Teil des Namens „Uranocircit“ leitet sich von seinem erstmaligen Fundort und der Nähe zur Stadt Falkenstein ab. Das griechische Wort kirkos (κίρκος) heißt übersetzt Falke“.
Im Jahr 1956 wurde auf einer Halde am Streuberg ein weiteres Mineral entdeckt. Das neue Mineral erhielt ebenfalls seinen Namen nach dem Ort des Fundes. In Anlehnung an die Gemeinde Bergen wurde es als „Bergenit“ bezeichnet.
Autoren: Heimatverein Bergen, Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, TU Bergakademie Freiberg, Geo- Umweltpark Vogtland
Weiterführende Literatur:
Freyer, G. & Tröger, K.-A. (1965). Geologischer Führer durch das Vogtland. VEB Deutscher Verlag für die Grundstoffindustrie Leipzig, 279 S. (mit weiterführenden Quellen)
Freyer, G. (1995). Geologie des Vogtlandes. Vogtland-Verlag Plauen, 123 S. (mit weiterführenden Quellen)
Seifert, Th., Enke, M., Sachse, J., Miehlbradt, M. & Irrgang, N. (2018). Umsetzungsstudie zur Errichtung eines GeoParks als Grundlage für eine Zertifizierung auf nationaler Ebene. Abschlussbericht, TU Bergakademie Freiberg, Professur für Lagerstättenlehre und Petrologie, Professur für Marketing und Intern. Handel, 174 S. + Anlagen (mit weiterführenden Quellen)