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Geotop des Monats Juni 2026

Mendener Konglomerat


Östlich des unteren Hönnetals bei Menden, im äußersten Südosten des GeoParks Ruhrgebiet, treten auf einer Fläche von 6 km² rote Sedimentgesteine des Rotliegend (unteres Perm) an die Oberfläche, die gemeinhin als Mendener Konglomerat bezeichnet werden. Es handelt sich um das einzige Vorkommen von Rotliegend-Gesteinen am Nordrand des Rechtsrheinischen Schiefergebirges. Als Konglomerat bezeichnet man allgemein ein Festgestein aus gerundeten Geröllen, die in einem feinkörnigen Bindemittel eingebettet sind.

Während im Oberkarbon noch küstennahe Regenwälder das heutige Ruhrgebiet bestimmten, hatte sich die Landschaft im frühen Perm zu einer Wüstenregion gewandelt. Die schon zuvor begonnene Abtragung des variszischen Gebirges setzte sich weiter fort. Im Bereich des Gebirgsrumpfes entstanden tektonisch angelegte Senken, die mit Abtragungsschutt aus nahegelegenen Liefergebieten gefüllt wurden. Auch das Mendener Konglomerat wurde in einem solchen intramontanen Becken in den nördlichen Ausläufern des variszischen Gebirges abgelagert.

Das Gesteinsmaterial wurde aus dem unmittelbar südlich angrenzenden Devon-Karbon-Gebiet durch Täler herantransportiert, die nur episodisch bei Starkregen Wasser führten, dann aber eine enorme Transportkraft entwickeln konnten, wie einzelne Gerölle von bis zu 50 cm Längsdurchmesser belegen. Solche als Wadis bezeichneten Trockentäler mit selten auftretenden Sturzfluten sind auch aus heutigen Wüstenregionen bekannt.

Beiderseits des Lahrbachs, nahe dem Forsthaus Lahr (Stiftstr. 120), ist das Mendener Konglomerat in zwei als Naturdenkmal eingetragenen alten Steinbrüchen aufgeschlossen.

URL: https://www.geopark.ruhr/standorte/geotope/mendener-konglomerat/

Quellenangabe (Autor des Textbeitrages)

Dr. Till Kasielke

 

Weiterführende Literatur:

Heitfeld, K.-H. (1956): Die roten Schichten von Menden (Mendener Konglomerat). – Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft 106: 387–401.

Müller, (1989): Permzeitlicher Wüstenschutt: Mendener Konglomerat. – In: Geologisches Landesamt NRW (Hrsg.): Geologische Karte von Nordrhein-Westfalen 1 : 100 000. Erläuterungen zu Blatt C 4710 Dortmund, 2. Aufl. Krefeld: 41–43.

Oesterreich, B. (2017): Perm. In: Geologischer Dienst NRW (Hrsg.): Geologie im Rheinischen Schiefergebirge. Teil 3: Sauer- und Siegerland. Krefeld: 111–117.

 Foto: Mendener Konglomerat am Aufschluss nördlich des Lahrbachs.

Dateiname: Mendener_Konglomerat_Kasielke

© Till Kasielke / GeoPark Ruhrgebiet

 

Details

Bundesland
Nordrhein-Westfalen
Landkreis
Mörkischer Kreis
Ort
Menden