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Der verborgene Atem der Vulkane – wie Infraschall neue Einblicke in Entgasungsprozesse liefert
Eine aktuelle Studie des italienischen Istituto Nazionale di Geofisica e Vulcanologia (INGV), die von Forschenden verschiedener italienischer Universitäten durchgeführt wurde, widmet sich einem oft übersehenen Phänomen: dem kontinuierlichen „Atem“ aktiver Vulkane. Gemeint ist damit die stetige Freisetzung vulkanischer Gase, die selbst in Phasen ohne sichtbare Eruptionen erfolgt. Diese Entgasung ist keine Randerscheinung, sondern eine der häufigsten Ausdrucksformen vulkanischer Aktivität. Sie liefert entscheidende Hinweise auf Prozesse im Untergrund.
Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Analyse von Infraschallwellen, also Schallsignalen mit sehr niedriger Frequenz, die vom menschlichen Ohr nicht wahrgenommen werden können. Diese entstehen, wenn Gas in pulsierenden Schüben aus dem Fördersystem des Vulkans entweicht. Infraschall entsteht auch bei explosiven Eruptionen, doch die Fachleute können diesen von den Signalen unterscheiden, die von Entgasungen erzeugt werden. Die Forschenden beschreiben dieses Muster als eine Art rhythmisches Signal, vergleichbar mit einem Atemzyklus. Veränderungen in Frequenz, Amplitude oder Regelmäßigkeit können auf strukturelle oder dynamische Veränderungen im magmatischen System hinweisen. Mehr erfahren…
